Medienpädagogik

Der Zeichentrickfilm im Unterricht

Animation / Zeichentrick in der Schule

Um das Medium Film besser verständlich zu machen, kann man ganz praktisch vorgehen,
indem man mit seinen Schülerinnen und Schülern einen kurzen Zeichentrickfilm dreht.

Zur Technik
25 Bilder werden in einer Videoszene von 1 Sekunde benötigt.
Wenn ich 50 Bilder zu einem Bewegungsablauf zeichne, ergibt das 2 Sekunden Videofilm
Ohne zu ruckeln kann ich jedes gezeichnete Bild 2x verwenden ? dann sind es 4 Sekunden.

Zur Praxis!
Jeder kauft einen DIN A4 Transparentblock 25 Blätter 80 g (je schwerer desto besser, aber auch teurer). Der Block wird auf A5 halbiert, gelocht und mit einem Heftstreifen fixiert.

Das Storyboard
Ein einfacher Bewegungsablauf mit einem Plot (hier: der Ball platzt) muß erdacht werden. Das erste Bild, das mittlere Bild und das letzte Bild des Bewegungsablaufs wird in einem einfachen Storyborard von 3 Bildern festgelegt.

Beispiel

Die Zeichnungen
Wir beginnen mit dem ersten Bild auf der letzten Seite unseres DIN A5 Blocks. Und kennzeichnen es mit einer 1 rechts oben in der Ecke. Das nächste Blatt wird darüber gelegt. Was stehen bleibt wird möglichst genau nachgezeichnet. Das zu animierende Objekt wird leicht versetzt gezeichnet. Jedes Blatt erhält in der Reihenfolge seine Kennzeichnung. Die Zeichnungen werden mit Bleistift skizzenhaft ausgeführt. Danach werden die Striche mit dünnem schwarzen Filzstift nachgezogen, um eine höheren Kontrast zu erzielen.

Titel und Abspann
Ein Titelblatt (z.B. Bumm!) und der Abspann (z.B. Idee und Animation von Friedrich Mey) werden gezeichnet.

Fotografieren
Auf einem Leuchttisch wird ein Heftstreifen befestigt mit aufrecht stehenden Metallstreifen.
(Wenn kein Leuchttisch vorhanden ist, mit Blitz fotografieren.) Eine einfache Digitalkamera auf einem Stativ senkrecht über dem Leuchttisch platzieren. Bild für Bild wird in der richtigen Reihenfolge abfotografiert. Von vornherein eine kleine Bildgröße an der Digitalkamera einstellen (800 x 600 Pixel).
Zum Schluss Titel und Abspann nicht vergessen.

Eine animierte Filmszene entsteht.
Die 50 Bilder (mehr oder weniger) werden von der Speicherkarte auf den Computer überspielt. Der Casablanca Kron kann dann die 5o Bilder zu einer Filmszene umwandeln. Bei anderen Videoschnittprogrammen werden die 50 Bilder einzeln in die Schnittleiste importiert.

Achtung!
Um der kurzen Szene folgen zu können, verlängere die Szene um 2 Bilder über die Zeitlupenfunktion.
Das erste und letzte Bild sollte gesondert als Standbild auf 2 Sekunden ( 50 Bilder)verlängert werden, damit der Betrachter der Handlung folgen kann.
Titel und Abspann sollten mindesten 3 Sekunden ( 75 Bilder)stehen bleiben.

Wiederholung
Um den Film zu verlängern und um die kurze Handlung zu dramatisieren ist es empfehlenswert, ein kleines Stück zu wiederholen (s. Beispiel).
Die Szene, die wiederholt werden soll, wird herausgeschnitten und mit der ?Rückwärts? Funktion des Videoschnittplatzes bearbeitet. Dann wird die Szene neu zusammengesetzt.

Ton
Mit der Videokamera wird ein Geräusch zur jeweiligen Handlung aufgenommen und der animierten Szene unterlegt.


Storyboard und Montage

Einführung in die praktische Filmarbeit

zu erwerben im Medienzentrum Aurich für die Schutzgebühr von 10.- ?

Um Schülerinnen und Schüler anleiten zu können einzelne Filmszenen zu drehen, die anschließend zu Filmsequenzen montiert werden können, ist es notwendig, die Planung einer Filmsequenz in Form eines Storyboards zu zeichnen, Dialoge zu entwickeln und Geräusche vorzubereiten.

Eine Einführung in die praktische Filmarbeit

unterteilt haben wir dies in zwei verschiedene Abschnitte:

1. Das Storyboard
eine zeichnerische Version eines Drehbuches oder eine Visualisierung eines Konzeptes oder einer Idee.

Ein fertig gezeichnetes Storyboard (Geschwister) wird von den SchülerInnen und zu einer Filmsequenz montiert.

2. Die Montage
das Aneinanderreihen von einzelnen Filmaufnahmen. Auch  editing ,cutting oder Schnitt genannt.

Fertig gedrehte Filmszenen mit einem Storyboard (Überraschung), die zu einer Filmsequenz montiert werden sollen, mit einer möglichen Binnendifferenzierung:

Version 1 ? Die Filmszenen sind in der ?richtigen? Reihenfolge.

Version 2 ? Die Filmszenen müssen zuerst nach dem Storyboard geordnet und misslungenen Szenen entfernt werden.

Konzept
Das Storyboard ist bewusst unfertig gestaltet, um den Schülerinnen und Schülern die Angst vor dem ?Nicht-Zeichen-Können? zu nehmen. Im Gegenteil, ihre Phantasie ist gefordert, um verstehen zu können, was gemeint ist (U-Gespräch).

Die handelnden Personen sind im Storyboard nicht geschlechtsbezogen definiert, so dass jeder/jede den entsprechenden Part übernehmen kann.

Ebenso sind die Filmszenen der DVD mit Klappe und Zwischenrufen gedreht, um den Szenenschnitt (Trimmen) aus der Sache heraus zu legitimieren.

CD Storyboard

  1. Die Kameraeinstellungen und ihre Bezeichnung
  2. Arbeitsblatt (AB)  Storyboard
  3. Storyboard ?Überraschung?
  4. Storyboard ?Geschwister?
  5. Storyboard ?Dialog?
  6. Unterrichtsvorschläge

Videosequenzen Version 1 + 2 zur Überspielung auf den Schnittcomputer