Wallhecken

Entstehung, Bedeutung, Schutz, Pflege und Nutzung

Wallhecken wurden von Bauern zum Schutz ihrer Felder geschaffen.

Wallhecken entstanden im Zuge der Agrarreform des 18. und 19. Jahrhunderts, als die bisdahin gemeinschaftlich bewirtschafteten Flächen den einzelnen Bauern zugeteilt wurden.Nach bäuerlichem Gewohnheitsrecht wurden die einzelnen Flächen zur Grenzmarkierungund zum Schutz gegen weidendes Vieh mit einer Wallhecke umgeben.

Wallhecken sind Landschaftselemente von landschaftsgestalterischem, ökologischem
und wirtschaftlichem Wert
Sie
- prägen entscheidend das Bild der nach ihnen benannten Wallheckenlandschaft.
- bieten in sehr großem Maße Tier- und Pflanzenarten einen unersetzlichen Lebensraum.
- steigern die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes und insgesamt den Ertrag.
- verhindern durch ihre Windschutzwirkung Bodenverwehungen.
- liefern Nutzholz.

Wallheckenförderprogramm

Am 20. Dezember 2006 startete das Wallhecken-Förderprogramm Ostfriesland mit der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen dem Land Niedersachsen und der Ostfriesischen Landschaft. Damit wird ein zentrales Projekt des Vereins Region Ostfriesland realisiert, der der Kooperationsgruppe "Ostfriesland aktiv für Natur und Landwirtschaft" die nötigen Vorarbeiten ermöglichte. Das Land Niedersachsen bezuschusst Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen an Wallhecken mit dem Ziel, zur Erhaltung der biologischen Vielfalt und zur Bewahrung einer kulturhistorisch einmaligen Landschaft in Ostfriesland beizutragen.

Bewirtschafter von Wallhecken in den Landkreisen Aurich, Leer und Wittmund können für Pflege- oder Entwicklungsmaßnahmen an mindestens 250m Wallhecke vom Land Niedersachsen eine Förderung von 12,50 EUR für den laufenden Meter bekommen. Die Maßnahmen müssen sich auf die gesamte Wallhecke (beidseitig) beziehen.

Unter Pflegemaßnahmen wird das Auf-den-Stock-Setzen in einem 10-jährigen Turnus verstanden. Die geförderten Maßnahmen umfassen - das Fällen von Bäumen ca. 15-50 cm über dem Boden (Plentern), - den Rückschnitt von Sträuchern sowie - das Zerkleinern, Aufschichten und Abtransportieren des Schnittguts. Schnittmaßnahmen können in der Zeit vom 1. Oktober bis 28. Februar vorgenommen werden.

Zu den förderfähigen Entwicklungsmaßnahmen zählen

  • das Aufsetzen des Erdkörpers,
  • das Nachpflanzen von Bäumen und Sträuchern sowie
  • das Errichten eines Zaunes zum Schutz der Wallhecke bei Weidenutzung.

Wallkörper und Gehölzbewuchs der zu entwickelnden Wallhecke müssen noch erkennbar sein (Schädigung max. 50%). Erd- und Pflanzarbeiten können im Zeitraum vom 1. August bis 31. März durchgeführt werden.

Antragsunterlagen und Verfahren:

Download und Bezugsquellen der Antragsunterlagen:

http://www.ostfriesischelandschaft.de/wallhecken/index.jsp

www.nlwkn.niedersachsen.de/naturschutz/foerderprogramme/wallheckenprogramm_ostfriesland/das-wallhecken-programm-ostfriesland-44180.html

 

Die Ostfriesische Landschaft als Projektträgerin berät die Bewirtschafter beim Antragsverfahren und wickelt das Verfahren ab. Der Antragsteller reicht die ausgefüllten Unterlagen bei der Landschaft ein. Alle notwendigen Maßnahmen werden zwischen dem Bewirtschafter und der 3-köpfigen Bewertungskommission des jeweiligen Landkreises im Einvernehmen schriftlich festgelegt. Nach der Bewilligung durch den NLWKN führt der Bewirtschafter die festgelegten Maßnahmen durch oder beauftragt Dritte mit der Durchführung. Nach Abnahme der Maßnahme erfolgt die Auszahlung der Gelder. Wie können Sie die Antragsunterlagen bekommen? Die Antragsunterlagen liegen an verschiedenen Stellen in Ostfriesland zur Abholung für Sie bereit:

In Aurich:

  • Ostfriesische Landschaft, Georgswall 1-5, Aurich
  • Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Pferdemarkt 1, Aurich
  • Untere Naturschutzbehörde Landkreis Aurich, Fischteichweg 7-13, Aurich
  • Landwirtschaftlicher Hauptverein für Ostfriesland (LHV), Südeweg 2-4, Aurich
  • Landwirtschaftskammer ? Bewilligungsstelle, Weddingenstraße 1, Aurich.

In Leer:

  • Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Hauptstraße 68, Leer. -
  • LHV Kreisverband Leer, Nessestraße 2, Leer. -
  • Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Leer, Friesenstraße 26, Leer.

In Wittmund:

  • Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Osterstraße 5, Wittmund. -
  • Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Wittmund, Am Markt 9, Wittmund.

Wir schicken Ihnen die Antragsunterlagen auch gerne postalisch zu. Sprechen Sie uns an: Susanne Sander-Seyfert, Tel. 04941-1799-68.  

Die Antragsunterlagen können Sie sich außerdem nachfolgend über Download auf Ihren Computer speichern. Hierfür benötigen Sie den kostenlosen Acrobat Reader. Für die Antragstellung bitte alle Unterlagen 1 x ausdrucken und an die Ostfriesische Landschaft schicken:

Ostfriesische Landschaft

z.H. Susanne Sander-Seyfert

Spurweg 4,

6817 Rhauderfehn