Naturschutzarbeit

Die Ziele der Naturschutzstation sind:

  • die Niederung des Fehntjer Tiefs sowohl als naturgeprägte Grünland- als auch Kulturlandschaft zu sichern und zu entwickeln, eine Landschaft, die sowohl charakteristisch als auch repräsentativ für den ostfriesischen Raum ist,
  • die fachliche und sachliche Auseinandersetzung mit allen Beteiligten (Behörden, Interessenverbänden, Privatpersonen) zu Fragen des "Naturschutzes" durchzuführen und zu fördern,
  • eine konstruktive Zusammenarbeit zu erreichen und "gemeinsame" Lösungen herbeizuführen.

Unsere Aufgaben und der Wert des Gebietes:

Vorrangiges Ziel der Naturschutzstation und des Bundesnaturschutzprojektes ist der Erhalt und die Entwicklung der natürlichen Fließgewässer "Krummes Tief", "Flumm", "Bagbander Tief", "Fehntjer Tief" und deren Niederungen. Die Niederungen ("Hammriche") des Fehntjer Tiefs sind repräsentative Gebiete für vermoorte Flussniederungen (Wiesen und Weiden auf Niedermoor) im Übergangsbereich zwischen Geest und Marsch. Sie setzen sich aus vielfältigen, wertvollen Lebensräumen zusammen, die z.T. national und international bedeutend sind (Bundesnaturschutzprojekt "Flumm / Fehntjer Tief", FFH-Gebiet, EU-Vogelschutzgebiet).

Diese Lebensräume sind z.B.:

  • Feucht- und Nasswiesen mit Anteilen von Borstgrasrasen und Kleinseggenrieden
  • Schilfröhrichte und Seggenriede
  • natürliche Fließgewässer, Altgewässer, Gräben und Stillgewässer.

Hier sind viele Tier- und Pflanzenarten heimisch, die z.T. vom Aussterben bedroht sind. Wiesenweihe, Uferschnepfe, Schlitzkratzdistel und Lungenenzian sind zum Teil sehr selten gewordene Tiere und Pflanzenarten, die im Naturschutzgebiet "Fehntjer Tief" ungestört leben und gedeihen können.

Wasserbüffel als "Landschaftspfleger"

Seit 2003 gibt es ein Beweidungsprojekt, in dem Wasserbüffel ganzjährig zur Flächenpflege eingesetzt werden.

In Europa werden Wasserbüffel seit etwa 400 Jahren gehalten, vorrangig in Italien, Rumänien und Bulgarien. In Deutschland gibt es ca. 1500 Tiere - davon einige in dem Gebiet rund ums Fehntjer Tief. Mittlerweile handelt  es sich um drei Herden an drei verschiedenen Standorten auf einer Gesamtfläche von 80 ha. Die zur Zeit 60 Tiere haben die Aufgabe, die Vegetation kurz und die Gräben offen zu halten. Gerade in nassen Bereichen, die mit Maschinen nur schwer oder gar nicht zugänglich sind, eignen sich die robusten Wasserbüffel hervorragend zur Landschaftspflege.

Mit etwas Glück können Besucher auf dem Weg hinter der Station, der zum Fehnmuseum Eiland führt, einen Blick auf die Weidetiere erhaschen.