Sprachkompetenzzentrum

Seit August 2018 ist die vorschulische sprachliche Bildung von Kindern Aufgabe der frühkindlichen Bildungsinstitution KiTa. Insbesondere die Sprachbildung im letzten Jahr vor der Einschulung ist eine neue fachliche Herausforderung der Kindertagesstätten und eine zusätzliche Aufgabe der Kinder- und Jugendhilfe.

Durch diese neue Herausforderung stellen sich auch neue Anforderungen an die Kindergärten. Alltagsintegrierte Sprachbildung, wie sie der niedersächsische Orientierungsplan verlangt, sollte zukünftig zur schulischen Bildungssprache hinführen.

Es gilt in der Sprachbildung nicht nur den Übergang zwischen KiTa und Grundschule zu gestalten, sondern durchgängig die Übergänge auch zu Krippe und Elternhaus mit einzubeziehen. Zugleich erhält die Beobachtung und Dokumentation von Sprachentwicklung einen höheren Stellenwert.

Der Fachtag „Inklusive Sprachbildung – Übergänge gestalten“ sollte ein erster Anstoß sein, sich gemeinsam auf dem Weg zu machen.

Die Begrüßung durch den Schirmherrn Wiard Siebels MdL sowie das Grußwort unseres Ersten Kreisrates Dr. Frank Puchert können Sie sich in den nachfolgenden Videoaufzeichnungen anschauen. Dort finden Sie auch die Fachvorträge von Herrn Prof. Conrady „Kinder leben und lernen wie Kinder“ sowie von Frau Dr. Cordes „Übergänge gestalten – Kontinuität gewährleisten“.

Der am Fachtag zugesagte Rundbrief zur Sprachbildung wird bis zum 27. September an die Kita-Leitungen und -Träger versendet.“

 

Sehr geehrte Kita-MitarbeiterInnen,
sehr geehrte Damen und Herren,

 

wie an unserem Fachtag im Mai angekündigt, möchten wir Sie mit dieser Info-Mail über unser weiteres Vorgehen und unsere künftigen Kooperationsvorstellungen informieren. Seit dem 01. August 2018 ist die vorschulische Sprachbildung und -förderung Aufgabe der Kindertagesstätten. In den letzten Wochen haben sich viele von Ihnen mit Fragen zu dieser neuen Herausforderung an die Fachberatung gewandt. Wir hoffen, dass wir in diesem Newsletter Antworten darauf geben können. Zunächst möchten wir Ihnen jedoch die Ergebnisse des Fachtages, speziell zu den Workshops des Fachtages „Inklusive Sprachbildung – Übergänge gestalten“, vom Mai 2018 mitteilen.

 
Wir hatten Sie im Rahmen des World-Cafés gebeten, uns Ihre Herausforderungen im Alltag, Ihre Erfahrungen, Meinungen und Bedarfe für eine gelingende Gestaltung des Überganges zur Grundschule, insbesondere zu den Herausforderungen der zusätzlichen Aufgaben zum Thema sprachliche Bildung des Kita-Gesetzes, mitzuteilen.

Wir haben dazu folgende Schwerpunkte ermitteln können:

 

  1. Partizipation am Umgestaltungsprozess Sprachbildung

  2. Schulungen für die Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren

  3. Fortbildungen zum Thema „Sprachbildung/-förderung“

  4. Gestaltung des Übergangs Kita – Grundschule

 

Alle Punkte werden von unserer Seite ernst genommen und wir sind bemüht, zeitnah und hoffentlich praxisorientiert darauf zu reagieren.

 

Zu 1.: Im Januar 2019 wird in jedem der vier Regionalräume des Landkreises Aurich ein Arbeitskreis unter dem Titel „Sprache und frühkindliche Bildung“ eingerichtet. Eine separate Einladung wird Ihnen noch in diesem Jahr zugehen. Bei diesen ersten Treffen möchten wir uns ausschließlich mit Ihnen zusammensetzen, um eine „Bestandsaufnahme“ in Sachen Sprachbildung und -förderung zu erarbeiten. Ebenso möchten wir weitere Fragen klären und gemeinsam überlegen, welche zusätzlichen Themen Sie interessieren.

Zu 2.: Damit die neuen Anforderungen der vorschulischen Sprachbildung umgesetzt werden können, haben die Mitarbeiter der Kitas bereits sehr viele Kompetenzen entwickelt. Dennoch besteht Ihrerseits der Bedarf, diese Kompetenzen weiter auszubauen, um die Interaktion zwischen Fachkraft und Kind gut zu gestalten. Auch geeignete Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren zur Sprachentwicklung sind notwendig, um den Sprachstand jedes einzelnen Kindes festzustellen und ressourcenorientiert eine individuelle Förderung (ohne Stigmatisierung) im Alltag zu entwickeln. Als fachlich geeignet können vor allem wirkungsbasierte Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren gelten. In diesem Sinne haben wir uns für die Schulungsverfahren Sismik/Seldak und Basik entschieden (diese Schulungen finden ab Mitte November 2018 bis Januar 2019 statt, Einladungen folgen).

Zu 3.: Um die im Kita-Gesetz nun festgeschriebene alltagsintegrierte sprachliche Bildung sowie Sprachförderung effektiv und möglichst ohne weiteren Zeitaufwand umsetzen zu können, möchten wir Ihnen hierzu Fortbildungen anbieten. Als hervorragendes Praxis-Instrument hat sich in den vergangenen Jahren das Heidelberger Interaktionstraining bewährt. Hierzu sind wir mit der KVHS Norden im Planungsgespräch. Nach Absprache mit dem Zentrum für Entwicklung und Lernen (ZEL) in Heidelberg haben wir angedacht, die Schulungsvariante HIT zu verwenden, die sowohl die vollständigen Basisinhalte von HIT Kiga als auch die speziellen Inhalte von HIT Vorschule vermittelt. Mit dem Programm ist ein zusätzliches Coaching für die Teilnehmer verbunden, worüber sie als Multiplikatoren bei dem Praxistransfer in ihr Kollegium unterstützt werden können. Auch die Kitaleitungen würden in zwei Sonderterminen zusätzlich geschult werden können. Um dieses Vorhaben umzusetzen, sind noch einige Absprachen zu treffen und ein Finanzierungsplan aufzustellen.

Zu 4.: Die Arbeitskreis-Treffen sollen idealerweise auch genutzt werden, um für eine gelingende Sprachbildung/-förderung mit allen Netzwerkpartnern in den Übergängen Krippe-KiTa und KiTa-Grundschule Themen zu bearbeiten und langfristig durch die Fachberatung zu begleiten.

 

Umsetzung der alltagsintegrierten Sprachbildung

Im KiTa-Jahr 2018/2019 gilt es, für die Kindertagesstätten Strukturen der vorschulischen Sprachbildung und -förderung aufzubauen. Hierzu gehört sowohl die konzeptionelle Arbeit als auch bereits die alltagspraktische Umsetzung in der pädagogischen Arbeit.

Das aktuelle KiTa-Jahr ist als Übergangsjahr für die Umsetzung der neuen Aufgaben zu sehen. Daher empfiehlt das Amt für Kinder, Jugend und Familie, entlang den Mindeststandards des Kindertagesstättengesetzes zu arbeiten. Vorrangig soll es um die Kinder gehen, die sich im letzten Kita-Jahr vor der Einschulung befinden, beginnend mit der Feststellung des Sprachentwicklungsstandes und der sich anschließenden alltagsintegrierten individuellen Förderung der Kinder. Die Grundlage der sprachlichen Bildung in Kindertagesstätten ist der Niedersächsische Orientierungsplan für Bildung und Erziehung.  

Da kindlicher Sprachentwicklung bekanntermaßen eine kontinuierliche Entwicklung ist, müssen in den kommenden Jahren verstärkt auch die zwei- bis vierjährigen Kinder in die Sprachbildung und deren Beobachtung sowie Dokumentation einbezogen werden.

Unterstützung durch den Landkreis Aurich

Dem Amt für Kinder, Jugend und Familie ist es gelungen, mit Frau Froschauer (Tel. 04941-165294, E-mail: cfroschauer@landkreis-aurich.de) eine Koordinatorin für Sprachbildung und -förderung zu gewinnen. Sie können sich gerne mit Ihren Fragen an unsere Kollegin wenden, die überwiegend am Vormittag zu erreichen ist.

 

Einen festen Platz im Fortbildungsangebot haben bereits:

  • ein flächendeckendes Schulungsangebot in wirkungsbasierten Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren zur Sprachentwicklung. Es werden zweitägige Schulungen für Sismik/Seldak und Basik erfolgen.

  • das Heidelberger Interaktionstraining (HIT) Kiga plus Vorschule für Multiplikatoren aus interessierten Kindertagesstätten, voraussichtlich ab Frühjahr 2019.

Ausblick

Das Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren Sismik/Seldak wird gerade durch das Bayerische Staatsinstitut für Frühpädagogik überarbeitet. In naher Zukunft wird es Arbeitsmaterial geben, welches den Kindertagesstätten voraussichtlich kostenfrei und auch digital zur Verfügung stehen wird.

Ich möchte bereits heute auf den Termin der Informationsveranstaltung zur alltagsintegrierten Sprachbildung für KiTa-Träger hinweisen. Der Termin findet am 12. Oktober 2018 um 10.00 Uhr in den Sitzungssälen des Kreishauses in Aurich statt.

Ihr Team
KiTa-Fachberatung und Jugendhilfeplanung