Solaroffensive 2021

Der Klimawandel macht sich auch im Landkreis Aurich bereits bemerkbar. Um dem entgegenzuwirken, muss der CO2-Ausstoß verringert werden. Da die Energiegewinnung einen maßgeblichen Einfluss auf den CO2-Ausstoß hat, ist neben der Einsparung von Energie auch der Umstieg von fossilen Energieträgern hin zu erneuerbaren Energien, wie der Windenergie aber auch der Solarenergie, ein wichtiger Schritt.

Doch warum eignet sich die Sonne so gut zur Energiegewinnung? Die Sonne strahlt pro Jahr eine Energiemenge von etwa 1.500.000.000 Terrawattstunden (TWh) auf die Erdoberfläche. Somit stellt sie ein großes Potenzial zur Energiegewinnung zur Verfügung, welches nahezu unbegrenzt genutzt werden kann. Von der Installation einer Solaranlage auf dem eigenen Dach profitiert zum einen die Umwelt, da durch den Verzicht auf fossile Energieträger zum Klimaschutz beigetragen wird. Gleichzeitig lohnt sich eine Solaranlage auch finanziell und kann gute Renditen abwerfen.

Durch die Kraft der Sonne kann der Bedarf von Wärme und Strom in Gebäuden meist zu einem großen Teil gedeckt werden. Auch wenn sich die Sonne scheinbar im Winter kaum blicken lässt, ist der solare Ertrag nicht zu unterschätzen. Vor allem die Monate im Frühjahr und Herbst sind hier ideal, da in diesen Zeiten zum einen weniger geheizt wird und sich zum anderen die Räume auch durch die Sonne tagsüber erwärmen. Solarenergie kann sowohl zur Erzeugung von Strom als auch von Wärme genutzt werden.

So bieten Solarthermie-Anlagen verschiedene Nutzungsmöglichkeiten. Durch solare Trinkwassererwärmung können das Dusch- und Badewasser erwärmt werden. Außerdem gibt es auch die Möglichkeit, mithilfe von Sonnenkollektoren Wärme für die Beheizung des Gebäudes bereitzustellen.

Photovoltaik-Anlagen ermöglichen die direkte Umwandlung von Sonnenlicht in elektrischen Strom. Dies geschieht in den kleinsten Einheiten einer Photovoltaikanlage, den Solarzellen. Am ökologisch und ökonomisch sinnvollsten ist es, den selbst erzeugten Strom direkt vor Ort zur Deckung des Eigenstrombedarfs zu nutzen. Ein Überschuss kann entweder ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden, wo der Strom nach dem Erneuerbaren-EnergienGesetz (EEG) vergütet wird, oder in einen eigenen Speicher für eine spätere Nutzung zwischengespeichert werden.

Besonders interessant ist die Investition in eine eigene PV-Anlage für diejenigen, die mit dem Gedanken spielen zeitnah in ein klimaschonendes E-Auto zu investieren. Denn mit Ihrem Elektroauto entlasten Sie nicht nur die Umwelt, sondern auch Ihr Budget. Kommt der Strom, mit dem Sie Ihr Elektroauto laden aus Ihrer Solaranlage, so sparen Sie bis zu 80% „Treibstoffkosten“ im Vergleich zu einem vergleichbaren Benziner. Für eine jährliche Fahrleistung von 10.000 km ist eine Solaranlage mit einer Mindestleistung von etwa 1,7 Kilowattpeak empfehlenswert. Hierfür reicht bereits eine Dachfläche von etwa 10 m² aus. Ihre Solaranlage liefert ihnen dann bis zu 30 Jahre lang sauberen Strom für Ihre Elektromobilität.

Für die Nutzung erneuerbarer Energien zur Strom- oder Wärmeerzeugung am Haus gibt es verschiedene Fördermöglichkeiten.

Photovoltaik:
Die KfW fördert mit dem Programm 270 "Erneuerbare Energie - Standard" die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen.

 

Batteriespeicher:
Das Land Niedersachsen hat ein Förderprogramm für Batteriespeicher aufgelegt. Die Zuschussförderung von bis zu 40 Prozent der Netto-Investitionskosten eines Batteriespeichers gilt in Verbindung mit dem Neu- oder Ausbau von PV-Anlagen (mindesten 4 kWp). Zuwendungsempfängerinnen und Zuwendungsempfänger können neben natürlichen Personen auch Unternehmen, juristische Personen, Kommunen und viele weitere sein.
Zusätzlich zu der Förderung können Boni gewährt werden für E- Ladepunkte, PV-Anlagenüber 10 kWp und die Überdachung von Parkflächen bzw. sonstigen baulichen Anlagen mit aufgeständerten PV-Anlagen.

Das Förderprogramm ist befristet, Anträge können bis 30.9.2022 gestellt werden.

 

Wallbox:
Seit dem 24. November 2020 kann das neue KfW-Förderprodukt "Ladestationen für Elektroautos – Wohngebäude" (440), das den Kauf und die Installation von privaten Wallboxen mit einem Betrag von 900 € pauschal bezuschusst in Anspruch genommen werden. Damit wird ein Großteil der Kosten für eine private Ladestation (Wallbox) abgedeckt.

Was sind die Voraussetzungen?

  • Der für den Ladevorgang eingesetzte Strom muss zu 100% aus Erneuerbaren Energien stammen. Also zum Beispiel aus der eigenen Solaranlage oder über einen Ökostromtarif des Energieversorgers.
  • Die Ladestation muss über eine Ladeleistung von 11 Kilowatt verfügen und sie muss intelligent steuerbar sein. Entweder kann sie das von sich oder über ein Energiemanagementsystem.
  • Die Wallbox muss fabrikneu und nicht öffentlich zugänglich sein.
  • Die Installation muss ein Fachbetrieb übernehmen.

Ein Blick auf die Kosten zeigt, dass diese neue KfW-Förderung ein echter Anreiz ist: Je nach Ladeleistung und Ausstattung kostet eine Wallbox aktuell zwischen 500 und 2.500 Euro. Dazu kommen die Kosten für die Installation – die aber auch von der KfW bezuschusst werden. Je nach technischen Voraussetzungen, Montageort und Entfernung zum Sicherungskasten belaufen sich diese auf etwa 500 bis 1.000 Euro. So kann es schon sein, dass über die KfW-Förderung die Kosten so ziemlich gedeckt sind.

 

Weitere Informationen zu diesem Förderprodukt finden Sie auf der Seite der KfW:

Ladestationen für Elektroautos – Wohngebäude (440)