Neuer Demokratieförderpreis würdigt Engagement für Demokratie, Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt

Der Landkreis Aurich setzt ein deutliches Zeichen für demokratische Werte und bürgerschaftliches Engagement: Erstmals wird der „Carl-Osterwald-Preis“ ausgeschrieben. Mit dem neuen Demokratieförderpreis sollen Menschen, Initiativen, Vereine, Bildungseinrichtungen und Projekte ausgezeichnet werden, die sich in besonderer Weise für Demokratiebildung, gesellschaftliche Teilhabe und ein respektvolles Miteinander einsetzen.

Der Preis ist mit insgesamt 4.000 Euro dotiert und wird künftig alle zwei Jahre verliehen.

„Demokratie lebt vom Engagement der Menschen vor Ort. Mit dem Carl-Osterwald-Preis möchten wir diejenigen sichtbar machen und würdigen, die sich tagtäglich für eine offene, vielfältige und demokratische Gesellschaft einsetzen“, erklärt Landrat Olaf Meinen.

Namensgeber des Preises ist der 2024 verstorbene Pastor Carl Osterwald (1927–2024). Der Landkreis Aurich würdigt damit sein langjähriges Engagement für Erinnerungskultur, historische Verantwortung und demokratisches Bewusstsein. Als Mitbegründer der KZ-Gedenkstätte Engerhafe leistete Osterwald einen bedeutenden Beitrag zur Aufarbeitung nationalsozialistischen Unrechts und zur Vermittlung demokratischer Werte. Sein Wirken steht bis heute für Zivilcourage, Verständigung und den Einsatz gegen das Vergessen.

Der Landkreis Aurich versteht Demokratieförderung ausdrücklich im Sinne der freiheitlich-demokratischen Grundordnung des Grundgesetzes. Dazu gehören insbesondere Meinungsfreiheit, Pluralismus, Rechtsstaatlichkeit sowie die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen und politischen Leben.

Ausgezeichnet werden Projekte und Initiativen, die sich beispielsweise für Demokratiebildung, politische Bildung, gesellschaftliche Teilhabe, Vielfalt und Toleranz, zivilgesellschaftliches Engagement oder die Stärkung demokratischer Strukturen einsetzen. Ebenso sollen Vorhaben berücksichtigt werden, die Meinungsvielfalt, demokratische Streitkultur, kommunale Beteiligung und bürgerschaftliches Engagement fördern.

Bewerben können sich Einzelpersonen, Vereine, Verbände, Initiativen, Bildungseinrichtungen, Jugendgruppen, gemeinnützige Organisationen und andere zivilgesellschaftliche Zusammenschlüsse mit Sitz, Wohnort oder überwiegendem Wirkungsbereich im Landkreis Aurich. Sowohl Eigenbewerbungen als auch Vorschläge durch Dritte sind möglich.

Die Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger erfolgt durch eine unabhängige Jury, die sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Demokratiebildung und Zivilgesellschaft zusammensetzt. Die Preisverleihung findet im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung des Landkreises Aurich statt.

Bewerbungsschluss ist der 30. September 2026. Für die Bewerbung genügt eine formlose schriftliche Beschreibung des Projekts oder Engagements. Ergänzend können Flyer, Konzepte, Presseberichte, Fotos oder weitere Materialien eingereicht werden.