Conerus-Schule: Neubau für 13,5 Millionen Euro gestartet
Landkreis Aurich investiert in moderne Ausbildungswerkstätten: Grundsteinlegung am Mittwoch in Norden erfolgt.
Der Landkreis Aurich investiert umfassend in die Zukunft der beruflichen Bildung am Standort Norden. An den Berufsbildenden Schulen Norden – Conerus-Schule entsteht ein neues Gebäude für die gewerblich-technische Ausbildung. Rund 13,5 Millionen Euro sind für die Gesamtmaßnahme vorgesehen. Nach dem inzwischen abgeschlossenen Abbruch des bisherigen Gebäudes haben im August 2026 die Gründungsarbeiten für den Neubau begonnen. Dafür wurde am Mittwoch die Grundsteinlegung mit Vertretern der Schule, der Planer, Behörden und Baufirmen gefeiert.
Ausgangspunkt der Maßnahme waren umfangreiche Brandschutzarbeiten, die seit Sommer 2023 sukzessive auf dem Schulgelände durchgeführt werden. Im Zuge dieser Arbeiten zeigte sich, dass das bisherige Gebäude E/M (Elektro und Metall) erhebliche bauliche Mängel aufwies. Gleichzeitig entsprach es nicht mehr den Anforderungen an eine zeitgemäße Ausbildung in den dort untergebrachten technischen Berufen.
Das Gebäude wurde insbesondere für die Ausbildung in den Bereichen Bautechnik mit dem Schwerpunkt Zimmerei, Metalltechnik einschließlich Anlagenmechanik für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie Elektrotechnik mit dem Schwerpunkt Energie- und Gebäudetechnik genutzt.
Der Landkreis entschied sich daher für den Abbruch und einen vollständigen Neubau. Nach der Vorstellung des „Gesamtkonzeptes Schulentwicklung“ am 19. Februar 2024 im Kreis-Schulausschuss gab der Kreisausschuss am 21. Januar 2025 die Durchführung der Baumaßnahme frei.
Nach einem europaweiten Vergabeverfahren wurden im Frühjahr 2025 die erforderlichen Planungsbüros beauftragt. Der Bauantrag wurde im Herbst 2025 eingereicht, die Baugenehmigung liegt seit Ende Mai 2026 vor.
Die Abbrucharbeiten begannen Ende Januar 2026 und konnten Ende Juni abgeschlossen werden. Im Vorfeld wurden sowohl die Beschäftigten der Schule als auch die Nachbarschaft über die anstehenden Arbeiten informiert. Für die Anwohnerinnen und Anwohner fand am 12. Januar 2026 eine eigene Informationsveranstaltung statt. Zusätzlich wurde der Zustand der umliegenden Gebäude durch einen Gutachter dokumentiert.
Damit der Unterricht während der Bauphase fortgeführt werden kann, wurden im Gebäude C neue Praxisräume geschaffen und entsprechend baulich hergerichtet.
Im Neubau werden moderne Werkstätten für die gewerblichen Ausbildungsgänge Zimmerer, Elektroinstallation sowie Heizung, Lüftung und Sanitär eingerichtet. Die neuen Räume und Werkstätten werden dabei auf aktuelle Ausbildungskonzepte und die heutigen Anforderungen der jeweiligen Berufsfelder zugeschnitten.
Erste zentrale Gewerke für den Neubau sind bereits vergeben. Die Bauhauptarbeiten übernimmt die Firma Rolfes aus Lorup. Für die Heizungs- und Sanitärarbeiten wurde die Firma Jürgens aus Großefehn beauftragt, die Elektroarbeiten übernimmt die Firma Krüger aus Großefehn. Für die Freianlagen und die Entwässerung läuft derzeit noch die Vergabeprüfung.
Mit den Gründungsarbeiten durch die Firma Rolfes wurde im August 2026 begonnen. Nach dem aktuellen Bauzeitenplan sollen die Rohbauarbeiten im zweiten Quartal 2027 abgeschlossen werden. Anschließend folgen die Ausbauarbeiten. Die Fertigstellung der Gesamtmaßnahme einschließlich der Außenanlagen ist zum Schuljahreswechsel 2028/2029 im Sommer 2028 vorgesehen.
Der Neubau ist zugleich Teil einer umfassenderen Modernisierung des Berufsschulstandortes. Im Rahmen einer neuen Freiflächen- und Entwässerungsplanung wird das gesamte Schulareal betrachtet und neugestaltet. Hintergrund sind unter anderem erhebliche Entwässerungsprobleme, die in den vergangenen Jahren wiederholt zu Überschwemmungen auf dem Gelände geführt hatten.
Neben der Entwässerung werden auch die Feuerwehrzufahrten und die bislang unzureichende Parksituation neu geordnet. Damit verbessert der Landkreis nicht nur die bauliche Situation, sondern auch die Sicherheit und Nutzbarkeit des gesamten Schulstandortes.
Auch beim Klimaschutz setzt der Neubau neue Maßstäbe. Mittelfristig soll die gesamte Liegenschaft an das Fernwärmenetz der Stadt Norden angeschlossen und damit die bisherige Gasversorgung der Schule ersetzt werden. Die Stadtwerke Norden streben eine nachhaltige und klimaneutrale Fernwärmebereitstellung bis spätestens 2030 an. Mit der aktuellen Baumaßnahme schafft der Landkreis bereits die notwendigen technischen Voraussetzungen für einen späteren Anschluss.
Der Neubau wird zudem im Effizienzhaus-40-Standard (EH40) errichtet. Gebäude dieses Standards benötigen nur rund 40 Prozent der Primärenergie eines gesetzlichen Referenzgebäudes. Erreicht wird dies insbesondere durch eine hochwertige Dämmung, eine dichte Gebäudehülle und moderne Gebäudetechnik.
Ergänzt wird das Energiekonzept durch eine umfangreiche Photovoltaikanlage. Darüber hinaus soll am Berufsschulstandort Ladeinfrastruktur mit Normal- und Schnellladepunkten geschaffen werden.
Mit dem hohen energetischen Gebäudestandard, der Perspektive einer klimaneutralen Wärmeversorgung, der Photovoltaikanlage und der neuen Ladeinfrastruktur verbindet der Landkreis die Modernisierung der beruflichen Bildung mit seinen Klimaschutzzielen. Damit wird eine weitere große kreiseigene Liegenschaft konsequent in Richtung Treibhausgasneutralität entwickelt.
Der Neubau schafft somit nicht nur zeitgemäße Bedingungen für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte. Er ist zugleich eine langfristige Investition in die Qualität der beruflichen Ausbildung, die Zukunftsfähigkeit des Schulstandortes Norden und den Klimaschutz im Landkreis Aurich. Während der gesamten Bauzeit bedarf es übrigens keiner Containerlösung für die Unterbringung der Schüler. Im Vorfeld wurden in den vorhandenen Gebäudeteilen Umbaumaßnahmen durchgeführt und die Schule war bereit, zusammenzurücken. So spart der Landkreis Aurich durch effiziente Planungen einen sechsstelligen Betrag.







