Gewalt gegen Frauen sichtbar machen
Arbeitskreis informiert rund um den 25. November und zeigt Hilfsangebote im Landkreis Aurich auf.
Anlässlich des Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November macht der Arbeitskreis gegen häusliche Gewalt im Landkreis Aurich mit verschiedenen Aktionen auf partnerschaftliche und häusliche Gewalt aufmerksam. Ziel ist es, für unterschiedliche Formen von Gewalt zu sensibilisieren, Betroffene auf Hilfsangebote hinzuweisen und das Thema stärker in das öffentliche Bewusstsein zu rücken.
Etwa jede dritte Frau erlebt im Laufe ihres Lebens Gewalt. Dass das tatsächliche Ausmaß deutlich über den polizeilich bekannten Fällen liegt, zeigt auch die im Februar 2026 veröffentlichte LeSuBia-Studie. Sie hat erstmals geschlechterübergreifend das sogenannte Dunkelfeld verschiedener Gewaltformen untersucht. Darunter fallen Straftaten, die der Polizei und anderen Behörden nicht bekannt werden.
Ein Ergebnis der Studie ist, dass schwere körperliche, psychische und sexuelle Gewalt in Partnerschaften häufiger Frauen betrifft. Zugleich wird nur ein Teil der Gewalterfahrungen angezeigt oder den Behörden bekannt. Für den Bereich der Polizeiinspektion Aurich-Wittmund wurden im Jahr 2025 insgesamt 790 Fälle partnerschaftlicher Gewalt registriert. Hinzu kommen die Fälle aus dem Dunkelfeld. Die tatsächliche Zahl liegt daher deutlich höher.
Der Arbeitskreis gegen häusliche Gewalt im Landkreis Aurich setzt sich seit vielen Jahren für Aufklärung und Unterstützung ein. Ihm gehören Vertreterinnen des Frauenhauses, der Frauenberatungsstelle und der Beratungs- und Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt, des Weißen Rings, der Opferhilfe, der Polizei sowie die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten an.
Am 25. November, dem sogenannten „Orange Day“, machen die beteiligten Institutionen und Kommunen mit verschiedenen Aktionen auf das Thema aufmerksam. An Rathäusern werden Fahnen gehisst, Banner aufgestellt und Gebäude orange beleuchtet. Mitglieder des Arbeitskreises sind zudem in Fußgängerzonen und auf zentralen Plätzen anzutreffen, um zu informieren und auf Hilfeangebote hinzuweisen.
Dabei beginnt Gewalt nicht erst mit einem körperlichen Übergriff. Auch der Missbrauch von Abhängigkeiten, emotionaler Druck, Kontrolle oder finanzielle Einflussnahme können Formen von Gewalt sein. Professionelle Beratungsangebote können Betroffene dabei unterstützen, ihre Situation einzuordnen und weitere Schritte zu entwickeln.
Ergänzend zeigt die Kreisvolkshochschule Aurich vom 23. November bis 4. Dezember 2026 die Wanderausstellung „HerzSchlag – Wenn aus Liebe Gewalt wird“. Sie ist werktags von 10 bis 18 Uhr in der KVHS Aurich, Oldersumer Straße 65, zu sehen und wird in Kooperation mit der Polizeiinspektion Aurich-Wittmund und dem Landkreis Aurich präsentiert.
Zu einer öffentlichen Führung am 25. November ab 16 Uhr sind alle Interessierten eingeladen. Lokale Hilfseinrichtungen werden an diesem Nachmittag ebenfalls vor Ort sein und über ihre Angebote informieren.
Am 1. Dezember 2026 ab 16 Uhr bietet die KVHS zudem das Online-Seminar „Stark werden nach Gewalt – was Du rechtlich tun kannst“ an. Das Angebot richtet sich ausschließlich an Frauen, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen möchten. Sowohl die Führung als auch das Online-Seminar sind kostenlos. Eine Anmeldung erfolgt über die KVHS Aurich-Norden.
Unterstützung für von Gewalt betroffene Frauen gibt es rund um die Uhr und mehrsprachig über das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter der Nummer 116 016. Vor Ort stehen unter anderem die Frauenberatungsstelle in Aurich unter 04941 964385 und das Frauenhaus unter 04941 62847 als Anlaufstellen zur Verfügung.
