Landkreis Aurich verstärkt Verkehrssicherheit mit neuen semistationären Geschwindigkeitsmessanlagen

Der Landkreis Aurich investiert massiv in die Sicherheit auf seinen Straßen. Nach einer einjährigen, erfolgreichen Testphase mit einer semistationären Geschwindigkeitsmessanlage zieht die Verkehrsbehörde eine positive Bilanz. Um die Lücke zwischen mobiler und stationärer Überwachung dauerhaft zu schließen, schafft der Landkreis nun zwei eigene Anlagen der neuesten Generation an. Pro Anlage werden rund 290.000 Euro investiert. Der fließende Übergang in den Regelbetrieb startet schon jetzt. Die erste neue Anlage geht dann parallel zum bisherigen Testgerät in Betrieb. Ab dem 2. Juli 2026 wird das Testmodell dann vollständig durch die zweite neue Anlage ersetzt.

Bei den Neuanschaffungen handelt es sich um das Modell TraffiStar S351 als Semistation von der Firma Jenoptik. Dieses Nachfolgemodell der bisherigen Testanlage (TraffiStar S350) entspricht dem neuesten technischen Fortschritt. Das Gerät lässt sich wie ein Anhänger bewegen und flexibel am Straßenrand aufstellen. Für den Messbetrieb wird der Anhänger komplett auf den Boden abgesenkt. Die Räder verschwinden dabei in einer gepanzerten Außenhülle. Ein unbefugtes Bewegen oder Abtransportieren ist dadurch kaum möglich.

Zusätzlich schützt ein Alarmsystem die empfindliche Technik vor Vandalismus. Im vergangenen Testjahr gab es glücklicherweise keinen nennenswerten Vandalismus zu beklagen. Dank einer starken eigenen Stromversorgung arbeitet die Anlage tagelang rund um die Uhr völlig autark. Im Regelfall muss das Gerät nur einmal pro Woche geladen werden. Über zwei integrierte Messgeräte wird der Verkehr in beide Fahrtrichtungen gleichzeitig überwacht. Digitale Beweisfotos bei Tempoüberschreitungen werden direkt per Datenfernübertragung an die Bußgeldstelle übermittelt.

Für die Bearbeitung der Fälle wurde bereits im Zuge der ersten Testanlage zusätzliches Personal eingestellt. Wie hoch der tatsächliche Arbeitsaufwand durch das zweite Gerät sein wird, muss die Verwaltung nun abwarten. Dass die Kontrollen bitter nötig sind, zeigt die Statistik der Testphase: Der traurige Höchstwert lag bei einer gemessenen Geschwindigkeit von über 140 km/h auf einer regulären Straße.

Die neuen Anlagen ergänzen die bisherige Strategie des Landkreises. Bisher sichern fünf mobile Messfahrzeuge rund 1.000 Messstellen im Kreisgebiet ab. Der Fokus liegt hierbei auf Wegen von besonders schutzwürdigen Personen wie Kindern, Senioren und Hilfsbedürftigen sowie auf Bereichen mit viel Fuß- und Radverkehr. Unterstützt werden sie von fünf stationären Messanlagen, die an bekannten Unfallhäufungspunkten stehen. Ziel aller Maßnahmen ist die Einhaltung der Höchstgeschwindigkeiten und eine generelle Senkung des Geschwindigkeitsniveaus zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. Mit den zwei neuen, hochmodernen Semistationen kann die Behörde nun noch schneller auf aktuelle Gefahrenstellen reagieren. Die Geräte sind ideal, um Unfallstrecken mit besonderen Problemen in den Nachtstunden oder am Wochenende zu entschärfen. Zudem ermöglichen sie es dem Landkreis, dem wichtigen Thema Lärmschutz noch besser gerecht zu werden. So können nächtliche Tempolimits zum Schutz der Anwohner ab sofort lückenlos überwacht werden.