Mehr als 30 Jahre im Dienst der Mitmenschen – besonderes Engagement in der Hospiz-, Demenz- und Seniorenarbeit

Für ihr außergewöhnliches und mehr als drei Jahrzehnte währendes soziales und kirchliches Engagement ist Käthe Wiemers aus Großefehn mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Ihr ehrenamtliches Wirken ist dabei insbesondere mit Wiesmoor verbunden. Dort hat sie über viele Jahre Hilfs- und Unterstützungsangebote nicht nur begleitet, sondern maßgeblich mit aufgebaut und weiterentwickelt.

Ein besonderer Schwerpunkt ihres Engagements liegt in der Hospizarbeit. Käthe Wiemers gehörte zu den Mitbegründerinnen der 1998 gegründeten Ökumenischen Besuchs- und Hospizdienstgruppe Wiesmoor, die an die Evangelisch-lutherische Friedenskirche angeschlossen ist. Sie übernahm Leitungsaufgaben und setzte sich in besonderer Weise für den Zusammenhalt und die Weiterentwicklung der Gruppe ein.

Im Mittelpunkt stand für sie dabei immer der Mensch. Wiemers begleitete schwerstkranke und sterbende Menschen sowie deren Angehörige, unterstützte Trauernde und wandte sich Menschen zu, die von Einsamkeit und sozialer Isolation betroffen waren. Offenheit, Zeit für persönliche Gespräche und die Bereitschaft, auch schwierige Situationen gemeinsam auszuhalten, kennzeichnen ihr langjähriges Wirken.

Dabei blieb es nicht bei der unmittelbaren Begleitung. Als ausgebildete Seniorenbegleiterin gab Käthe Wiemers ihr Wissen weiter, unterstützte die Qualifizierung von Hospizhelferinnen und -helfern und organisierte Informationsveranstaltungen. Sie gründete zudem eine Betreuungsgruppe für Menschen mit Demenz und deren An- und Zugehörige und trug damit wesentlich dazu bei, pflegende Familien zu unterstützen und zu entlasten.

Auch die Demenz- und Trauerbegleitung entwickelte sie weiter. Dazu gehörten die Gründung und Leitung einer Selbsthilfegruppe mit regelmäßigen monatlichen Treffen, die Herstellung von Aktivierungsmaterialien und die Organisation von Fortbildungen. Mit der Einrichtung eines Trauercafés wurde außerdem ein Ort geschaffen, an dem Menschen nach dem Verlust eines nahestehenden Menschen Gemeinschaft, Austausch und Unterstützung finden können.

2010 wirkte Käthe Wiemers darüber hinaus an der Gründung des SeniorenServiceBüros Wiesmoor mit. Dort engagierte sie sich in der kostenlosen Beratung von Seniorinnen und Senioren sowie pflegenden Angehörigen.

würdigte Landrat Olaf Meinen ihren Einsatz.

Menschen, die über viele Jahre mit Käthe Wiemers zusammengearbeitet haben, beschreiben sie als ruhig, freundlich, einfühlsam, fachkundig und selbstlos. Sie habe ihre eigene Person nie in den Vordergrund gestellt, sondern überwiegend im Stillen gewirkt. Die Friedenskirche bezeichnet sie als den langjährigen „guten Geist“ der Seniorenarbeit.

Gerade diese Haltung zieht sich wie ein roter Faden durch ihr jahrzehntelanges Engagement: Käthe Wiemers hat nicht nur selbst geholfen, sondern dafür gesorgt, dass Hilfe dauerhaft möglich wird. Sie hat Menschen zusammengebracht, Ehrenamtliche befähigt und Angebote geschaffen, die Betroffene und Angehörige gleichermaßen unterstützen. Mit dem Verdienstkreuz am Bande wird ein außergewöhnliches ehrenamtliches Lebenswerk gewürdigt, das weit über die einzelne Hilfe hinausreicht und das soziale Miteinander in Wiesmoor über Jahrzehnte mitgeprägt hat.