Proben für den Ernstfall: Übung des Katastrophenschutzstabes
Fiktiver Virusausbruch auf der Insel Norderney
Was passiert, wenn mitten in der Urlaubssaison auf der Insel Norderney ein Virus ausbricht? Um auf ein solches Szenario zu reagieren, hat jetzt der Katastrophenschutzstab des Landkreises Aurich eine umfassende Übung dazu durchgeführt. Simuliert wurde ein Ausbruch des Norovirus in einer fiktiven Klinik auf der Insel Norderney, mit einer späteren Ausbreitung auf die Insel Juist. Und das mitten im Sommer und mit vielen Tausend Urlaubern vor Ort.
Das Szenario sah eine rasante Ausbreitung der Viruserkrankung auf der Insel vor. Innerhalb von zwei Tagen infizierten sich 700 Menschen auf beiden Inseln. Die Stabsmitglieder unter der Leitung des zuständigen Dezernenten Sebastian Smolinski mussten nicht nur die aktuelle Lage im Blick behalten, sondern auch zügig notwendige Informationen sammeln, um unter Zeitdruck die richtigen Entscheidungen zu treffen. Ziel war es, ein Ausbreiten der Viruserkrankung auf den Inseln selbst, aber auch in Richtung Festland zu unterbinden und die Infizierten bestmöglich zu behandeln.
Unterstützung erhielt der Stab durch Fachberater aus den Bereichen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), des Technischen Hilfswerkes (THW) und des Brandschutzes. Im Vordergrund standen die medizinische Versorgung der Infizierten, die Unterstützung der vor Ort eingesetzten Rettungskräfte sowie der Schutz der sich auf der Insel befindenden Bevölkerung. Das Szenario sah vor, dass sich auf beiden Inseln insgesamt 70.000 Menschen befanden.
Dazu mussten auch die örtlichen Einsatzkräfte mit Kapazitäten von Rettungsdienst, Polizei, Feuerwehr und Bundeswehr vom Festland aus unterstützt werden, um die Infizierten zu versorgen oder auch auf das Festland in Krankenhäuser zu transportieren.
Ausgearbeitet und begleitet wurde die zweitägige Übung von einem externen Dienstleister. Dieser überwachte die Lage und bewertete als unabhängiger Berater die Lösungsansätze und die daraus resultierenden Entscheidungen des Krisenstabs. Insgesamt verlief die Übung aus Sicht des externen Beraters sehr gut. Kleinere Verbesserungsvorschläge gehören zum stetigen Optimierungsprozess dazu, um auf mögliche kommende Katastrophen vorbereitet zu sein. „Die Übung hat gezeigt, wie entscheidend ein schnelles und abgestimmtes Handeln aller beteiligten Kräfte ist, um die Bevölkerung auf den Inseln und dem Festland wirksam zu schützen. Gleichzeitig hilft sie uns, Abläufe weiter zu optimieren, damit wir im Ernstfall bestmöglich vorbereitet sind“, erklärt Korwin Davids, zuständiger Abteilungsleiter der Abteilung Ordnung und Sicherheit.


