Rund 2,1 Millionen Euro in eigene Warninfrastruktur investiert – neue Durchsage- und Warneinheit bündelt Hilfsorganisationen.

Eine schnelle und zuverlässige Warnung der Bevölkerung ist im Katastrophen- und Gefahrenfall von entscheidender Bedeutung. Der Landkreis Aurich hat deshalb seine Warninfrastruktur in den vergangenen Jahren umfassend ausgebaut. Insgesamt wurden beziehungsweise werden rund 2,1 Millionen Euro in verschiedene Warnsysteme investiert.

Die Warnung der Bevölkerung gehört nach dem Zivilschutz- und Katastrophenhilfegesetz sowie dem Niedersächsischen Katastrophenschutzgesetz zu den Aufgaben des Landkreises. Darüber hinaus versteht sich der Landkreis als Partner der Städte und Gemeinden bei der allgemeinen Gefahrenabwehr.

Um die Bevölkerung auf möglichst vielen Wegen erreichen zu können, betreibt der Landkreis eine eigene Sende- und Empfangsstation für das Modulare Warnsystem des Bundes. Darüber können unter anderem Warn-Apps und Medien angesprochen werden. Gleichzeitig entsteht in Eigenleistung ein flächendeckendes Sirenennetz, das künftig rund 80 bis 90 Prozent der besiedelten Fläche erreichen soll. Rund zwei Millionen Euro investiert der Landkreis allein in dieses System.

„Eine zuverlässige Warnung der Bevölkerung ist ein zentraler Bestandteil des Bevölkerungsschutzes. Deshalb investieren wir ganz bewusst in unterschiedliche Warnwege – von Sirenen über digitale Systeme bis hin zu mobilen Einheiten. Besonders freut mich, dass bei der neuen Durchsage- und Warneinheit alle Hilfsorganisationen im Landkreis gemeinsam Verantwortung übernehmen. Das ist gelebte Zusammenarbeit und zeigt einmal mehr, wie stark unser Bevölkerungsschutz im Landkreis Aurich aufgestellt ist“, betont Landrat Olaf Meinen.

Ein wichtiger zusätzlicher Baustein sind insgesamt 13 mobile Durchsage- und Warneinrichtungen. Die Inseln wurden mit eigenen Anlagen ausgestattet, für das Festland wurde eine Einheit mit zehn Warntrupps aufgebaut. Sie kann die Bevölkerung mobil und semi-stationär warnen, Informationen und behördliche Anordnungen verbreiten und dient zugleich als Rückfallebene, wenn Sirenen ausfallen oder Gebiete nicht ausreichend erreicht werden.

Die neue Einheit besitzt dabei Modellcharakter: Es handelt es sich um die erste Durchsage- und Warneinheit in Niedersachsen mit eigener Führung und in Zugstärke. Sie wird überregional beim Niedersächsischen Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz gemeldet und kann damit auch landesweit eingesetzt werden.

Eine Besonderheit ist die organisationsübergreifende Zusammenarbeit. Beteiligt sind das THW, DRK Aurich und Norden, die DLRG Aurich, Norden und Wiesmoor-Großefehn, die Malteser Aurich sowie die Johanniter aus Aurich und Wiesmoor. Die Führung liegt bei der Johanniter-Unfall-Hilfe Wiesmoor, die DLRG Wiesmoor übernimmt die technische Betreuung. Zum Zugführer wird Marcel Planteur von der Johanniter-Unfall-Hilfe Wiesmoor bestellt.

Auch bei digitalen Warnmöglichkeiten engagiert sich der Landkreis seit Jahren. So war er gemeinsam unter anderem mit der Ostfriesischen Landschaftlichen Brandkasse und dem Fraunhofer-Institut an der Entwicklung der Warn-App KATWARN beteiligt. Mit Sirenen, digitalen Warnsystemen und mobilen Warneinheiten setzt der Landkreis bewusst auf mehrere sich ergänzende Warnwege. Ziel ist es, die Bevölkerung im Ernstfall schnell, zuverlässig und möglichst flächendeckend zu erreichen.