Frauen und Gesundheit

Die Frauengesundheitsbewegung der 70er und 80er Jahre hat verdeutlicht, dass nur ein ganzheitlicher Ansatz zur Heilung auch der Ursachen von Krankheiten beiträgt. Psychische Aspekte sowie Zusammenhänge mit dem Lebensumfeld der Patientinnen spielen eine ganz entscheidende Rolle. Deutlich wird dies am Beispiel von Essstörungen, die häufig Folge-erscheinungen von sexuellem Missbrauch sind.

Zugleich müssen die gesellschaftliche Situation und damit die Rahmenbedingungen für die Erwerbsarbeit von Frauen kontinuierlich verbessert werden. Gesundheit am Arbeitsplatz hängt nicht nur von äußeren Bedingungen wie Mobiliar und Arbeitsplatzumgebung ab, sondern im erheblichen Umfang auch davon, wie selbstbestimmt die Arbeit ausgeführt werden kann. Vorurteile gegen Frauen, gepaart mit Konkurrenzängsten bei Vorgesetzten und Mitarbeitern führt häufig zu einer Unterforderung oder Blockade von weiblichen Beschäftigten. Dabei muss es auch darum gehen, die Lebenssituation von Frauen und ihre beruflichen Rahmenbedingungen zu erkennen und nicht bei allen Konzepten die männliche Erwerbsbiografie zum Maßstab zu machen. Minderbezahlte Arbeitsplätze und entfremdete unqualifiziert eintönige Tätigkeiten korrespondieren mit Unterforderung und Unzufriedenheit und damit auch mit Beschwerden und Krankheit.

Logo der Frauengesundheitswoche
Frauengesundheitswoche im Landkreis Aurich

Im Jahre 1993 wurde die Koordinierungsgruppe ?Frauen und Gesundheit? im Landkreis Aurich gegründet. Hieraus entwickelte sich eine der ersten kommunalenGesundheitswochen speziell für Frauen.

Seit 1994 gibt es jedes Jahr in der ersten Novemberwoche die Frauengesundheitswoche in Zusammenarbeit mit der Kreisvolkshochschule Norden.

Die Veranstaltungsreihen haben zum Ziel Frauen im ländlichen Raum anzusprechen, die aufgrund des gesellschaftlichen Wandels im besonderen Maße physischen und psychischen Belastungen ausgesetzt sind. Frauenspezifische Krankheitsbilder sollen in ihrem Lebenszusammenhang verstanden, Tabu-Themen aufgegriffen sowie Frauen für Gesundheitsvorsorge und ?bildung sensibilisiert werden.

Frauen werden ermutigt, ihre Gesundheit in die eigene Verantwortung zu übernehmen. Dazu werden jährlich Schnupperkurse, Vorträge sowie Tages- und Wochenendseminare angeboten, die häufig Bestandteil des Kursangebotes der beiden Kreisvolkshochschulen werden.

Flyer zur Frauengesundheitswoche 2012 zum Download