Demografischer Wandel

Der demografische Wandel wird in der Bundesrepublik Deutschland  zu tiefgreifenden Veränderungen führen. Seit 1972 ist die Zahl der Sterbefälle höher als die Zahl der Geburten. Auf den Geburtenrückgang folgte 25 bis 30 Jahre später ein Rückgang der potenziellen Eltern, der mit einem weiteren Geburtenrückgang verbunden ist. Diesen erleben wir zur Zeit. In weiteren 25 bis 30 Jahren, also ab dem Jahr 2020, wird diese Entwicklung einen erneuten Schub erhalten. Die Kinderzahl wird wieder deutlich sinken.

Statistisch gesehen bekommt heute jede Frau in Deutschland 1,4 Kinder. Wie in allen westeuropäischen Staaten liegt dieser Wert unter der Grenze für eine stabile Bevölkerungsentwicklung von 2,1 Kindern je Frau.

Bevölkerungsentwicklung im Landkreis Aurich

Obwohl die westeuropäischen Länder vergleichbare ökonomische Rahmenbedingungen und Entwicklungsstände aufweisen, differieren die Geburtenraten deutlich. So liegen die Kinderzahlen je Frau in Spanien und Italien bei 1,25 und in Island und Frankreich bei 1,9. In Schweden bekommt jede Frau im Laufe ihres Lebens 1,6 Kinder.

Die Folgen des demografischen Wandels werden je nach Region zeitverzögert auftreten. Auch auf den Landkreis Aurich wird sich diese Entwicklung auswirken. Zwar wird der jetzige Bevölkerungsstand von rund 190.000 Einwohnern bis ins Jahr 2020 konstant bleiben, aber dennoch werden gravierende Verschiebungen in der Altersstruktur der Bevölkerung erfolgen. Um die ökonomischen und sozialpolitischen Folgen dieser Entwicklung konstruktiv gestalten zu können, sind abgestimmte Strategien und Anpassungsprozesse von besonderer Bedeutung.

Entwicklung der Geburtenrate

Schon heute zeigt sich, dass der demografische Wandel nicht nur durch starke regionale Unterschiede gekennzeichnet ist, sondern auch in den Landkreisen von Kommune zu Kommune deutlich differiert. Zudem spielt das Wanderungsverhalten der Bevölkerung eine immer stärkere Rolle. So resultiert der Bevölkerungszuwachs im Landkreis Aurich seit 2002 aus Wanderungsgewinnen.

Aufgrund der Komplexität und vor allem der übergemeindlichen und überregionalen Auswirkungen kommt speziell den Kreisen eine besondere Rolle bei der Steuerung dieser Anpassungs- und Umgestaltungsprozesse zu. Flexibilisierung sowie die überregionale Kooperation werden bei der Sicherung von regionalen Standortfaktoren eine immer größere Rolle spielen. Die sogenannten weichen Faktoren, wie Familienfreundlichkeit, Bildungsangebote, Erhaltung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit ganzer Belegschaften oder Stärkung des sozialen bzw. des generationsübergreifenden Zusammenhaltes in der Gesellschaft treten immer mehr in den Vordergrund.

Mittel- und langfristig werden wir Antworten für  eine veränderte Altersstruktur in der Gesellschaft, Integrationsfragen von ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern oder erhöhte Bildungsansprüche der Wirtschaft finden müssen. In diesem Sinne eröffnet der demografische Wandel Chancen für Erneuerungsprozesse, einen verstärkten Ausbau von innovativen Entwicklungen und für neue Wege des gesellschaftlichen Miteinanders. Die kommunalen Handlungsschwerpunkte liegen dabei vor allem in den Bereichen:

  • Kommunale Infrastruktur / Raumplanung
  • Wohnen / Siedlungsstruktur
  • Mobilität / Verkehr / ÖPNV
  • Wirtschaftsstruktur & Arbeitsmarkt
  • Bildung / Ausbildung / Schule / Wissenschaft
  • Ausbau kinder- und familienfreundlicher Strukturen
  • Gesundheitswesen / Pflege
  • Stärkung des Ehrenamtes

 

 

Wanderungssaldo für den Landkreis Aurich
Entwicklung der Altersgruppen bis 2025