Theuerkauf: Verfahren bei der Verkabelung im Wattenmeer deutlich naturschonender

Theuerkauf: Verfahren bei der Verkabelung im Wattenmeer deutlich naturschonender

Vom Fortgang der Arbeiten an der Kabelverlegung für die Offshore-Windparks machte sich Landrat Walter Theuerkauf als Vorsitzender des Nationalparkbeirates jetzt selber ein Bild. Er wurde begleitet vom Leiter der Nationalparkverwaltung Peter Südbeck und seinem Stellvertreter Arndt Meyer-Vosgerau; weitere fachkundige Informanten waren Wilhelm Linders vom Büro Ecoplan in Leer und Klaus Schulz, ein weiterer Mitarbeiter der Nationalpark­verwaltung aus Wilhelmshaven.

Der Besuch hatte auch einen weniger erfreulichen Hintergrund: Bei der Kabelverlegung im vergangenen Jahr für den Windpark Alpha Ventus war seitens der damit beauftragten EON-Tochter Transpower ein wenig naturschonendes Verfahren gewählt worden, das in dem höchstsensiblen Lebensraum Watt zu Schädigungen und damit zu einem berechtigten Protest der Naturschützer geführt hat. Auf einem breiten Korridor war der Wattenboden mit einer Kabelfräse aufgerissen worden; und da diese Arbeiten auch bei Hochwasser stattfanden, hat sich das Sediment nach beiden Seiten verteilt.

Diese Schädigungen sind noch heute zu erkennen. Für den Anschluss der beiden Windparks Borwin I und II wurde jetzt mit Bohlen & Doyen aus Wiesmoor ein heimisches Unternehmen beauftragt, das u.a. von der Stromkabelverlegung zu den Ostfriesischen Inseln über ein großes Know-how verfügt. BoDo setzt statt der Kabelfräse einen Vibrationspflug ein, der nur eine kleine Rinne aufreißt, die nach der Kabelverlegung wieder zufällt. Und da diese Technik nur bei Ebbe möglich ist, wird der Wattboden auch nicht verteilt.

Die Herstellerfirma der Kabel zeigte sich anfangs skeptisch, dass die Kabel- und Isolierungsummantelung hält. Bei einer vorangegangenen Probeverlegung im Rückseitenwatt von Norderney konnten die Bedenken jedoch ausgeräumt werden. Auch jetzt zeigten sich Landrat Theuerkauf und die Vertreter der National­parkverwaltung sehr angetan von der Bauausführung durch das Wiesmoorer Traditionsunternehmen. Auch die ständige Bauaufsicht durch das Büro Ecoplan garantiere eine möglichst naturschonende Arbeitsweise bei der Kabelverlegung.

Die Arbeiten im Watt vor Hilgenriedersiel müssen wegen des bevorstehenden Vogelzugs bis zum 15. Dezember abgeschlossen sein. Die vor der Insel Norderney geschaffene Offshore Plattform wird als „Steckdose“ für die Seeverkabelung bezeichnet. Von dort aus nehmen die Stromkabel ihren Weg über die Insel und durch das Watt und treffen im Bereich Hilgenriedersiel auf das Festland, wo sie über die vorgelagerten Salzwiesen und unter der Hauptdeichlinie hindurch geführt werden. Weiter geht es dann ebenfalls unterirdisch bis ins emsländische Diele.