Taxi-Transporte bleiben in den Händen von heimischen Firmen

Taxi-Transporte bleiben in den Händen von heimischen Firmen

Aufträge sollen in der kommenden Woche vergeben werden

Die Schülerbeförderung per Taxi im Landkreis Aurich bleibt auch künftig in den Händen heimischer Firmen. Dies ist das Ergebnis einer europaweiten Ausschreibung, die in den vergangenen Monaten von der Kreisverwaltung durchgeführt worden ist.

Insgesamt werden im Auftrag des Landkreises jeden Tag rund 1100 Mädchen und Jungen zwischen fünf und 18 Jahren mit dem Taxi zur Schule gebracht. Dabei handelt es sich vor allem um Kinder mit einem Handicap. Da die bisherige Vergabepraxis nicht mehr den rechtlichen Vorgaben entsprach, war die Kreisverwaltung gezwungen, den Transport europaweit auszuschreiben.

Im Vorfeld fanden nicht nur Gespräche mit den betroffenen Schulleitungen statt, auch die Eltern wurden mit einem Schreiben über die anstehende Neuregelung informiert. „Wir wissen, dass es sich um einen sehr sensiblen Bereich handelt und haben versucht, dieser Sensibilität durch Aufklärung gerecht zu werden“, betont Ingo de Vries als Leiter des zuständigen Amtes für Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung. Dabei sei man überwiegend auf Verständnis gestoßen, da es sich um eine Vorgabe der EU handele, die nun einmal vom Landkreis umgesetzt werden müsse. „Es gab zwar Verständnisfragen, aber nur ganz vereinzelt Kritik.“

Die Umstellung der Taxi-Transporte wird in mehreren Abschnitten durchgeführt. Die erste Ausschreibung betraf zirka 250 Kinder und fand Ende Februar statt. Dabei ging es um insgesamt 46 sogenannte Lose, die unabhängig voneinander vergeben werden. „Bis zum 22. Mai hatten die Unternehmen die Möglichkeit, Ihre Angebote abzugeben“, macht de Vries deutlich. Das Ergebnis: Für alle Lose ging mindestens ein Angebot ein, sodass sämtliche Taxi-Transporte gewährleistet sind.

Bis auf einen Anbieter kommen alle Unternehmen, von denen die Schüler künftig zur Schule gefahren werden, aus dem Landkreis Aurich. „Das sind alles eingesessene Betriebe, die auch im Schülertransport erfahren sind“, weiß der Amtsleiter. Dass Betriebe, von denen der Transport bislang durchgeführt worden ist, diesmal nicht zum Zuge kommen,  sei aus Sicht der betroffenen Unternehmen zwar bedauerlich, liege aber nun einmal in der Natur eines Ausschreibungsverfahrens. Von ausländischen Transportunternehmen ging kein einziges Angebot ein. Auch dies wäre bei der europaweiten Ausschreibung durchaus möglich gewesen.

In der kommenden Woche sollen die Zuschläge verschickt und damit die Aufträge vergeben werden. Die neuen Unternehmen werden sich dann frühzeitig mit den Eltern der Kinder in Verbindung setzen, um sich dort vorzustellen, um die Fahrtzeiten zu klären und um weitere zu beachtende Dinge miteinander zu besprechen. Diese persönliche Kontaktaufnahme ist keine „Goodwill-Aktion“, sondern wurde in den Ausschreibungsunterlagen ausdrücklich als Verpflichtung formuliert.

Im Herbst dieses Jahres findet die nächste Ausschreibungsrunde statt.