Tagesausflug führte die Ruheständler des Landkreises Aurich nach Baltrum

Tagesausflug führte die Ruheständler des Landkreises Aurich nach Baltrum

Die Ruheständler des Landkreises Aurich erlebten auf der Ostfriesischen Insel Baltrum bei besten Wetter einen unvergesslichen Tag.

Das schöne Herbstwetter lockte die aktiven Landkreis-Ruheständler kürzlich auf die kleinste der Ostfriesischen Inseln, nach Baltrum. Im Inselhafen wurde die Gruppe von Baltrums ehemaligen Bürgermeister und Kurdirektor Günter Tjards begrüßt. Er hatte für die Senioren den Ausflug auf das „Dornröschen der Nordsee“ geplant und begleitete sie.

Der Inseltag begann mit einem Spaziergang zum Westkopf der Insel. Dort wird seit dem Frühjahr eine dringend notwendige und sehr aufwändige Sicherung des Westkopfes durchgeführt. Ohne diese Maßnahme würde, wie in früheren Jahrhunderten, die Insel vom Westen her reichlich Gelände verlieren. Der Hochwasserschutz ist eine Aufgabe, die sich Bund und Land teilen. Früher mussten die Häuser im  Westdorf und die Inselkirche immer wieder aufgegeben und weiter östlich neu errichtet werden. Die Reisegruppe konnte sich kaum vorstellen, dass die erste Inselkirche einmal dort gestanden hat, wo heute Norderney liegt.

Der Rundgang führte die Besucher dann zur alten Inselkirche, der dritten Kirche in der Geschichte der kleinen Insel. Im rund 50 Personen fassenden Kirchenraum begrüßten sie Hans Nannen vom Heimatverein und Reno Harms, der Baumeister und Restaurator der schon dem Verfall preisgegebenen Kirche. Heute zeigt sich das Kleinod mit dem Inselwahrzeichen, der Inselglocke, wieder im alten Glanz. Auch wenn der Heimatverein jetzt Eigentümer geworden ist, finden dort gelegentlich Andachten oder auch Hochzeiten statt. Für kulturelle Veranstaltungen wird die alte Kirche ebenfalls genutzt.

Hans Nannen zeigte der Gruppe dann - nicht ohne Stolz - die neueste Errungenschaft des Heimatvereins, das Heimatmuseum. Aus dem baufälligen alten Inselhaus im Stil eines ostfriesischen Bummerts, das einst als Wohnhaus des Zöllners gedient hatte, hat der Heimatverein unter großer Kraftanstrengung und mit tatkräftiger und finanzieller Unterstützung von Insulanern und Gästen jetzt ein Schmuckstück geschaffen, das auf der Insel seinesgleichen sucht. Neben wechselnden Ausstellungen werden im Obergeschoss Vorträge, Teetafeln und viele andere Veranstaltungen durchgeführt.

Nach der Mittagspause stellte sich Günter Tjards bei Kaffee und Kuchen im Dünenschlösschen allen Fragen zur Insel Baltrum. Dabei kam auch das ein oder andere Inseldöntje sehr zur Freude der ehemaligen Kolleginnen und Kollegen nicht zu kurz. Das Dünenschlösschen war das Quartier des verstorbenen Bundespräsidenten Johannes Rau, wenn er regelmäßig einen Abstecher von Spiekeroog, seinem Ferienwohnsitz machte. Johannes Rau hatte bereits als junger Theologiestudent mit Jugendgruppen das Ferienheim der Evangelischen Schülerjugend Rheinland auf Baltrum besucht.

Besonders informative Eindrücke konnten die Ruheständler anschließend bei der Besichtigung des Gezeitenpfades sammeln. Der Gezeitenpfad ist ein nach neuesten Gesichtspunkten konzipierter Lehrpfad. Informationstafeln und Experimentiermodule bringen dem Besucher die Themen Ebbe und Flut, Wattenmeer, Flora und Fauna, Entstehung der Insel und die Entwicklung des Küstenschutzes eindrucksvoll näher. Bereichert wurde der Gang über den Gezeitenpfad durch den zufällig vorbeikommenden Ranger des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer, Hermann Wietjes. Er ließ sich nicht lange bitten und informierte die  Besucher aus erster Hand über die Besonderheiten des gerade zum Weltnaturerbe erhobenen Nationalparks.

Seinen Abschluss fand der Inseltag im Nationalparkhaus ganz in der Nähe des Hafens. Dort begrüßte der Leiter des Hauses, Horst Unger, die Besucher mit einem angeblich sehr gesunden Sanddornlikör. So gestärkt, war man auch wieder aufnahmebereit für einen Blick in die neue Ausstellung des Hauses und einen eindrucksvollen Kurzvortrag über die Entstehung von Ebbe und Flut.

Dass den ganzen Tag über die Sonne lachte und für angenehme Temperaturen sorgte, kommentierte die Organisatorin des Ruheständler-Stammtischs, Irmtraud Hausmann, mit den Worten: „Wenn Engel reisen...“. Mit vielen schönen Eindrücken und neuen Erkenntnissen traten die rund 30 Teilnehmer in guter Stimmung die Heimreise an. Ein Inselbesuch ist eben immer etwas besonders, auch wenn man nur einige Kilometer von der Küste entfernt wohnt.