Renaturierung im Bereich Bullmeede in Bagband überraschend gestoppt

Renaturierung im Bereich Bullmeede in Bagband überraschend gestoppt

Als "eine überraschende Entwicklung" hat Kreisrat Frank Puchert die Entscheidung des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) bezeichnet, das Planfeststellungsverfahren für die Renaturierung des Bagbander Tiefs im Bereich der Bullmeede (15 ha) und in anderen Bereichen ruhen zu lassen.

Dieser Entwicklung voraus gegangen waren erhebliche Proteste seitens der Landwirte gegen die geplante Herausnahme landwirtschaftlicher Flächen für Flutmulden, Gewässerrandstreifen und Flachwasserzonen, um die Qualität des Gebietes für die Schutzziele von Natura 2000/FFH zu erhöhen.

Der Landkreis Aurich, der zwar seit Mai 2008 im Auftrag des NLWKN Träger des Planfeststellungsverfahrens ist, hatte angesichts der verstärkten Flächendruck-Situation die Kritik ernst genommen, die insbesondere auch gegenüber Mitgliedern der SPD-Kreistagsfraktion geäußert worden war. Ein Besuch des Staatssekretärs Dr. Stefan Birkner in dem Gebiet habe dann schließlich im Nds. Umweltministerium zu einem Umdenken geführt.

Nur für die im Bereich der Ortschaft Strackholt liegenden Teile, für die bereits die Besitzeinweisungen erfolgt sind, sowie für die südlich des Bagbander Tiefs im Landkreis Leer liegenden Gebiete soll das Planfeststellungsverfahren jetzt weiter geführt werden. Mit den Landwirten soll ein Kompromiss gesucht werden.

Kreisrat Puchert nannte es gegenüber der Presse „ungewöhnlich und bemerkenswert“, dass der bisher eingeschlagene Weg im Bereich Bagbander Tief/Bullmeede vom Land korrigiert worden sei.

Der Landkreis habe das bisherige Verfahren mit der Distanz einer Planfeststellungsbehörde verfolgt; mit dem NLWKN werde es deshalb auch weiterhin eine kollegiale Zusammenarbeit geben, sagte Puchert abschließend.