Modernisierung der Berufsschulen auch ohne die Wettbewerbsmittel realisieren

Modernisierung der Berufsschulen auch ohne die Wettbewerbsmittel realisieren

Landrat Theuerkauf, Kreisrat Puchert und Schulamtsleiterin Talea Eiben hielten gestern in einer Pressekonferenz mit ihrer Kritik an der Durchführung des Landeswettbewerbs für innovative Berufsschulen nicht zurück. Gleichzeitig riefen sie dazu auf, im Interesse der Region nach vorn zu blicken und das Vorhaben der BBS II Aurich nun auch ohne die erhofften Wettbewerbsgelder zu realisieren.

Theuerkauf und Puchert konnten sich nicht vorstellen, dass beispielsweise Papenburg, Leer und Wittmund qualitativ bessere Anträge eingereicht hätten; deshalb liege der Verdacht nahe, dass parteipolitische Gründe bei der Entscheidung eine Rolle mit gespielt hätten. Kreisrat Puchert kritisierte insbesondere die mangelhafte Transparenz der Entscheidung: Bis heute habe der Landkreis nur aus der Presse erfahren, dass sein Antrag nicht berücksichtigt wurde. Auch zu den angelegten Maßstäben gebe es keine Aussagen; je länger dies im Dunkeln bleibe, je mehr müsse man annehmen, dass die Kriterien erst nachgeschoben würden.

Dass das Konzept der BBS II Aurich überzeugend war, wissen die Vertreter des Kreises von der großen Zustimmung und Unterstützung seitens aller hier ansässigen namhaften Firmen sowie der IHK. In Gegensatz zu anderen Wettbewerben habe man hier auch kein Projekt in die Ausschreibungskriterien „hineingeschrieben“. Die Notwendigkeit eines innovativen Schrittes sei von den BBS II gesehen und entwickelt worden; dann erst habe die Möglichkeit bestanden, über den Wettbewerb Drittmittel einzuwerben.

Mit dem geplanten „Zukunftszentrum Produktionstechnik“ will die BBS II  Aurich auf sich ständig verändernde Berufsfelder reagieren, insbesondere in der immer mehr zusammen wachsenden Metall- und Elektrotechnik. In dem Zukunftszentrum sollen alle Schritte von der Planung über die Fertigung bis zum Versand eines Produktes für die Schülerinnen und Schüler darstellbar gemacht werden.

Theuerkauf, Puchert und Eiben versicherten, dass man das Projekt jetzt auch ohne die Wettbewerbsgelder umsetzen wolle; die nun nicht zur Verfügung stehende 90-prozentige Förderung der auf 1,2 Mio. Euro bezifferten Investitionskosten werde aber angesichts der Finanzenge des Kreises zu einer Streckung der Maßnahme führen, was aufgrund der modulhaften Planung aber kein grundsätzliches Hindernis sein dürfte.

Für die Schaffung eines Grundlagenzentrums Mechatronik habe der Landkreis bereits 50.000 Euro an Baukosten in den Haushalt 2009 eingestellt, und aus Konjunkturmitteln können 120.000 Euro für die Geräteausstattung verwendet werden. Parallel dazu sei der Studiendirektor Volker Cammans bereits als Koordinator für Elektro- und Metalltechnik eingesetzt und damit beauftragt, beide Berufsfelder zusammenzuführen.

Der Landkreis Aurich stehe in der Pflicht, so der Landrat, den Unternehmen über seine Berufsschulen qualifizierte Arbeitskräfte an die Hand zu geben; die Sicherung dieses Standortkriteriums sei ein wichtiger Beitrag der öffentlichen Hand. Erschwerend komme jedoch hinzu, dass der Arbeitskräftemarkt durch die demografische Entwicklung in den kommenden Jahren spürbar abnehmen werde. Theuerkauf: „Jeder braucht eine Ausbildung, viele eine qualifizierte.“