Landkreis Aurich bündelt Maßnahmen als Investitionsschub für den Tiefbau

Landkreis Aurich bündelt Maßnahmen als Investitionsschub für den Tiefbau

Landrat Theuerkauf, Kreisrat Puchert, Amtsleiterin Anne Mareka Rieger und Matthias Hayen, der im Amt 66 Kreisstraßen, Wasserwirtschaft und Deiche die Abteilung Kreisstraßen leitet, berichteten gegenüber der Presse von einem Investitionsschub des Landkreises für den Tiefbau. Rund 1,5 Mio. Euro sollen in diesem Jahr noch verbaut werden.

Der Landrat sagte, dass das Konjunkturpaket II vor allem der Sicherung von Arbeitsplätzen im Hochbau geholfen habe; der Landkreis habe ca. 7,2 Mio. Euro insbesondere in die energetische Sanierung seiner Schulgebäude gepumpt. Über die Hälfte der Mittel würden noch 2009 umgesetzt. Die nächsten größeren Baumaßnahmen erfolgten in den Herbstferien an der IGS Aurich-Ost und bei der Sporthalle der BBS Aurich. Weitere 1,5 Mio. Euro aus dem Konjunkturpaket seien in die Medienausstattung der Schulen geflossen.

Im Gegensatz zum Bund selbst, der zahlreiche Autobahnbaustellen eingerichtet habe, seien die kommunalen Mittel aber nicht für den Straßen- und Wegebau einsetzbar gewesen. Deshalb habe der Landkreis alle im Haushalt verfügbaren Mittel zusammengefasst und gemeinsam mit den Überhängen aus 2008 ein eigenes kleines Konjunkturpaket für den Tiefbau geschnürt.

Alle darüber finanzierten Maßnahmen seien absolut notwendig, betonte Dezernent Frank Puchert. Der Landkreis Aurich sei Straßenbaulastträger von 400 km Kreisstraßen und 230 km Radwegen. Im Bereich Straßenbau gebe es 2009 drei Schwerpunkte: Unterhaltung und Erneuerung von Straßen und Radwegen, Neubau von Radwegen und Neubau der Ortsumgehung Pewsum.

Folgende Kreisstraßen sollen 2009 in Asphaltbauweise auf einer Gesamtlänge von 5,808 km saniert werden: K 102 Felde, 2. Bauabschnitt mit Kosten von 295.000 Euro, K 105 Großefehn, K 203 Westermoordorf und K 208 Südarle für zusammen 420.000 Euro.

Außerdem werden die K 110 Ihlowerhörn-Lübbertsfehn sowie die Radwege an der K 105 (Ostfroßefehn) und an der K 147 (Aurich-Wallinghausen, Heerenkamp) für zusammen 345.000 Euro in Pflasterbauweise saniert, d.h. der Unterbau wird erneuert und das alte Pflastermaterial wird wieder eingebaut.

Die nächste Aufzählung betrifft Radwege von 7,632 km Länge, die teils in Alphalt- und teils in Pflasterbauweise für eine Gesamtsumme von 280.000 Euro saniert werden sollen: K 101 Holtrop-Ostgroßefehn (934 m), K 101 Ostgroßefehn (176 m), K 116 Upende-Münkeboe (245 m), K 118 Rechtsupweg (293 m), K 118 Victorbur (833 m), K 127 Moordorf (15 m), K 138 Walle-Aurich (555 m), K 204 Berum (225 m), K 204 Berumbur-Berumerfehn (3,570 km), K 241 Groß Midlum (593 m) und K 242 Norden (193 m).

Es wird noch eine Ausschreibung zur Sanierung bituminöser Fahrbahnen mit einem Volumen von rund 150.000 Euro vorbereitet. Und natürlich finden weiterhin kleinere Unterhaltungsarbeiten durch eigene Kolonnen statt.

Im Bereich des Neubaus von Radwegen findet im Rahmen des 100-km-Radwegeprogramms der Bau an der K 139 in Ihlow-Bangstede auf einer Länge von 4,160 km mit einem Auftragsvolumen von 960.000 Euro statt. Z. Zt. Laufen Ausschreibungen für den Radweg an der K 207 in Coldinne auf einer Länge von 3,417 km und für den Radweg an der K 122 von Langefeld nach Spekendorf mit einer Gesamtlänge von 5,872 km. Auch hier ist der Baubeginn noch in 2009 geplant. Und im Zuge des Neubaus von Radwegen sollen an den Strecken auch gleich die modernen gläsernen Buswartehäuschen aufgestellt werden. Es handelt sich hier um etwa 8 Haltestellen mit einem Investitionsvolumen von rund 70.000 Euro.

Größtes Neubauvorhaben aber ist derzeit die Ortsumgehung Pewsum. Dabei geht es um eine neue Verbindung von der L 3 in Höhe des Gewerbegebietes bis ur K 235 im Bereich der Nordweststraße mit einer Gesamtlänge von 1 km. Wegen der problematischen Bodenverhältnisse wird in 2 Abschnitten geplant, und die Trasse muss jeweils nach dem Auskoffern für rund ein Jahr mit Sand vorbelastet werden. Der 1. Bauabschnitt mit dem Bau des Kreisels an der L 3, dem Ausbau der Handelsstraße und der Herstellung der Vorbelastung – Kostenvolumen rund 1,1 Mio. Euro – soll im Oktober fertiggestellt werden.

Für alle Baumaßnahmen im Rahmen der GVFG-Finanzierung (GemeindeVerkehrsFinanzierungsGesetz) kann der Landkreis auf einen 65prozentigen Landeszuschuss setzen; dieser hat in früheren Jahren sogar bis zu 75 Prozent betragen – ein Ausdruck der verbesserten Wirtschaftskraft des Landkreises Aurich, der eben nicht mehr unter dem Landesdurchschnitt liegt.

Landrat Theuerkauf bat die zuständigen Mitarbeiter des Amtes 66 abschließend, im Interesse der Verkehrsteilnehmer alle Straßenbauprojekte möglichst zügig durchzuziehen und nicht vermeidbare Behinderungen des Verkehrs, Sperrungen und Umleitungen auf das absolut notwendige Maß zu beschränken.