Landkreis Aurich baut das Angebot der Tagesbetreuung weiter aus

Landkreis Aurich baut das Angebot der Tagesbetreuung weiter aus

Landrat Walter Theuerkauf lobte bei der Eröffnung des Norder Familien– und Kinderservicebüros am 22. Mai 2008 den breiten gesellschaftlichen Konsens in Deutschland, die vorschulische Erziehung voranbringen zu wollen.

Erfreulicherweise sei die ideologische Diskussion längst Vergangenheit, dass der Staat die Kinder wegnehmen und in Krippen indoktrinieren wolle.

Ziel der Vorschulischen Erziehung sei es, auf die vorhandenen Potenziale der Kinder schon vor der Schulzeit einzugehen und sie so zu fördern. Parallel dazu gehe es aber auch darum, durch ein gutes Betreuungsangebot die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen. Die Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen nannte der Landrat in diesem Zusammenhang „die Bannerträgerin dieser Entwicklung“, die mit dem Tagesbetreuungsausbildungsgesetz (TAG) festgeschrieben worden sei.

Danach sei der Ausbau des Betreuungsangebotes für unter 3-jährige Kinder festgeschrieben; Eltern hätten ab 2013 darauf sogar einen Rechtsanspruch. Der Landkreis Aurich habe – gemeinsam mit den Städten und Gemeinden - in den vergangenen 10 bis 15 Jahren bereits für die 3- bis 6-Jährigen ein gutes Betreuungsangebot erreicht, „für eine ländliche Region sogar ein sehr gutes“. Die Quantität stimme, an der Qualität müsse man immer arbeiten, sagte Theuerkauf weiter.

Bei der Entwicklung von Betreuungsangeboten für 0- bis 3-Jährige könne der Landkreis jetzt auf kein gesichertes Zahlenmaterial zurückgreifen. Es bestehe schließlich kein Zwang zum Besuch solcher Einrichtungen, der Elternwille sei entscheidend. Unbestreitbar sei aber, dass ein gutes Angebot die Nachfrage fördere. Wegen des noch dünnen Angebots an Krippenplätzen gewinne das Angebot der Tagespflege insbesondere in den ländlicheren Bereichen des Kreisgebietes eine große Bedeutung. Geringe Kinderzahlen und eine flexiblere Betreuung gegenüber starren Öffnungszeiten seien die Gründe.

Im Norder Familien– und Kinderservicebüros in der Straße Zum Galgentief 9 bekommen Eltern alle notwendigen Informationen rund um das Thema Tagespflege und können sich dort umfassend beraten lassen. Gleiches gilt für Bürgerinnen und Bürger, die ein Interesse an der Tätigkeit als Tagesbetreuungsperson haben. Lenka Rühaak von der Abteilung Kinder-Das Team des Kinderservicebüros Norden und Jugendförderung ist dort für Vermittlung, Beratung und Ausbildung zuständig, die Verwaltungsangestellte Karin Bents insbesondere für die Kostenabrechnung mit den Eltern. Beide sind unter den Telefonnummern 04931/932-5586 und 932-5592 zu erreichen.

Auch die Vermittlung von Kindern in Tagespflege findet damit nicht mehr in der Beratungsstelle an der Bahnhofstraße, sondern in den neuen Räumlichkeiten in der Nähe des Jugendamtes statt. Daneben ist in dem Gebäude Zum Galgentief 9 eine Tagespflegebetreuungsstelle (TABS) installiert. Die beiden Tagesmütter Madlen Reinwald und Linda Schachtschneider werden dort in kindgerechten Räumlichkeiten ein Tagespflegeangebot mit Beköstigung und Schlafmöglichkeiten für kleine Kinder anbieten. Maximal können dort 10 Kinder betreut werden; mit 2 Kindern  sollte begonnen werden; doch im Laufe Eröffnungsfeier wurden bereits zwei weitere Kinder angemeldet.

Mit diesem Service kann dann in Norden fast jeder Betreuungsbedarf abgedeckt werden, so dass auch Eltern mit ungünstigen Arbeitszeiten, in Ferienzeiten oder in Notfällen ihre Kinder gut und fachgerecht betreut wissen. Als weiteres Angebot wird es eine Verleihbörse von Kinderbetten, Spielmaterial, Autositzen und Buggis für Tagesmütter geben.

Die Einrichtung des Familien– und Kinderservicebüros ist Bestandteil des Landesprogramms „Familien mit Zukunft - Kinder bilden und betreuen“. Das Sozialministerium unterstützt dieses Projekt für die nächsten drei Jahre mit rund 50 Prozent der Personalkosten und einem Zuschuss zu den Sachkosten.

Das Jugendamt des Landkreises Aurich plant nun auch in anderen Bereichen des Kreisgebietes in Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden den Aufbau von weiteren Familien- und Kinderservicebüros.