Lagerung von Gülle, Jauche bzw. Gärresten - Havariefall

Lagerung von Gülle, Jauche bzw. Gärresten - Havariefall

Mit der neuen, am 2. Juni 2017 in Kraft getretenen Düngeverordnung gelten für die Ausbringung von Stickstoffdüngern und somit auch für die organischen flüssigen Wirtschaftsdünger u. a. verlängerte Sperrfristen im Herbst und weitergehende Einschränkungen. Infolge der in diesem Jahr schwierigen Witterungsverhältnisse und der dadurch i.d.R. nicht gegebenen Aufnahmefähigkeit der Böden für Düngemittel mit wesentlichen Nährstoffgehalten an Stickstoff oder Phosphat war eine Aufbringung von derartigen Düngemitteln auf landwirtschaftlichen Flächen nach der Ernte der Hauptfrucht und zur nachfolgenden Herbstbestellung für die jeweils zulässigen Kulturen häufig nicht möglich und ist seit Beginn der Sperrfristen auf Ackerland und Grünland nicht mehr zulässig.

Es ist zu befürchten, dass die Kapazitäten zur Lagerung oben genannter flüssiger organischer Düngemittel auf einzelnen Betrieben vor Ende der Sperrfrist weitgehend erschöpft sein werden. Ein Überlaufen bzw. Bersten der Lagerbehälter ist unbedingt zu verhindern. In derartigen Fällen besteht dringender Handlungsbedarf.

Lösungsansatz

Im ersten Schritt sind alle Möglichkeiten zur Verhinderung einer Havarie  von einem betroffenen Betrieb intensiv zu prüfen und zu dokumentieren. Hierfür kommt z.B. in Betracht die Abgabe an aufnahmebereite Betriebe oder eine Nährstoff-/ Güllebörse, Einlagerung von Teilmengen bei benachbarten Betrieben und/ oder Biogasanlagen, die Reaktivierung von ungenutzten, aber noch betriebsbereiten Lagerbehältern oder auch die mobile Gülle-Separation.

Eine derartige drohende Ausnahme- bzw. Notfallsituation kann grundsätzlich nur im Rahmen von Maßnahmen der unmittelbaren Gefahrenabwehr aufgelöst werden, um in einem derartigen Fall einen noch größeren Schaden (z.B. Einleitung ins Grundwasser, in ein Oberflächengewässer oder in die Kanalisation) zu vermeiden, der durch ein Überlaufen der flüssigen organischen Dünger und eine dadurch verursachte direkte oder auch indirekte Verunreinigung von Gewässern drohen würde. Nicht zuletzt gilt es auch strafrechtliche und prämienrelevante Konsequenzen zu vermeiden.

Werden in einem akuten Notfall zur Verhütung eines größeren Schadens außerordentliche Maßnahmen zugelassen, geschieht dies auf Grundlage spezialgesetzlicher Gefahrenabwehrregelungen (z.B. § 8 Abs. 2 WHG) oder der wasserpolizeilichen Generalklausel (§ 100 Abs. 1 Satz 2 WHG). Hierfür ist der Landkreis Aurich als untere Wasserbehörde (UWB) zuständig.

Was können Sie als Landwirt tun?

Sollte in Ihrem Betrieb eine solche Havarie drohen, dann bemühen Sie sich bitte zunächst um die o.g. Alternativen. Sollten Ihre Bemühungen erfolglos sein, wenden Sie sich bitte rechtzeitig an die untere Wasserbehörde. Wir besprechen das Problem mit Ihnen und suchen gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten.

Ihre Ansprechpartner sind

Norbert Lüpkes, Tel.: 04941-166635, E-Mail: nluepkes@landkreis-aurich.de

Stefan Saueressig, Tel.: 04941-166634, E-Mail: ssaueressig@landkreis-aurich.de

Viktoria Heimann, Tel.: 04941-166674, E-Mail: vheimann@landkreis-aurich.de