KVHS Aurich genießt einen guten Ruf beim Volkshochschulverband

KVHS Aurich genießt einen guten Ruf beim Volkshochschulverband

Verabschiedung einer Gruppe aus Belarus mit einem traditionellen Abendessen

Das Küchenpersonal des Seminarhotels der KVHS Aurich hatte am Freitag Abend früher Feierabend; an den Herden und Platten in der Küche wirbelte eine 12-köpfige Gruppe aus Belarus und bereitete dort ein traditionelles Abendessen zu. Die Russen, die selber als außerordentlich gastfreundlich gelten, bedankten sich mit einem Glas Vodka und dem Essen bei ihren deutschen Gastgebern für die freundliche Aufnahme und die zahlreichen Informationen.

Die Weißrussen waren einer Einladung von DVV International gefolgt, dem weltweit tätigen Institut des deutschen Volkshochschulverbandes, das sich heute besonders stark in den ehemaligen Sowjet-Staaten wie Usbekistan, Tadschikistan und Kasachstan sowie im zentralasiatischen Raum engagiert.

Projektleiterin Galina Veramejchyk vom DVV-Büro in Minsk, die die Gruppe durch die Bundesrepublik begleitete, berichtete, dass das Institut in den ehemaligen Sowjet-Staaten lokale Partner unterstützt, die dort in der Erwachsenenbildung aktiv sind, und zwar sowohl im Bereich der beruflichen Qualifizierung als auch in der politischen Bildung.

Mit diesen Bildungsprogrammen will DVV International in der Region einen Beitrag zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit und Armut leisten; bereits vor vier Jahren wurden von Minsk aus mehrere Projekte angeschoben.

So wurde gemeinsam mit einem staatlichen Institut für berufliche Bildung ein Buch herausgegeben, das den Stand der Erwachsenenbildung und der Forschung beschreibt. Darin werden Wege aufgezeigt, vor allem Arbeitslose umzuschulen, ihnen Grund- und Zusatzqualifikationen zu vermitteln und ihnen so neue Ziele zu geben.

Im Bereich der politischen Bildung hat DVV International in verschiedenen Städten ein Netzwerk mit 18 staatlichen Bildungsvereinen für Jugendliche und Erwachsene geknüpft; zu dem gemeinsamen Konzept gehört seit vier Jahren auch die Herausgabe der Zeitschrift„Aducatar“.

Und seit zwei Jahren betreibt DVV International in Minsk Lobbyarbeit, um freie Bildungsträger besser einzubinden. Diese am Gemeinwohl orientierten nichtstaatlichen Vereine haben große finanzielle Nachteile, weil es in Belarus kein Erwachsenenbildungsgesetz gibt. Zu der Lobbyarbeit gehört neben der allgemeinen Werbung für Weiterbildungsangebote u.a. die Ausrichtung von vier Bildungswochen sowie von zwei Festivals für „nonformales Lernen“.

 Die jetzige Bildungsreise führte die Gruppe zunächst für zwei Tage nach Bonn, wo das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung, das Bundesinstitut für berufliche Bildung und natürlich DVV International besucht wurden.

Sechs Tage lang waren die Teilnehmer danach im Seminarhotel in Aurich untergebracht und bekamen einen Einblick in die breite Palette der Volkshochschularbeit – von der klassischen Erwachsenenbildung über berufliche Qualifizierungsmaßnahmen und die Ausbildung im Dualen System bis hin zur beruflichen Erstausbildung. Vor Ort informierte man sich bei den BBS II in Aurich, bei der Firma Ihnen, im Europahaus und bei der LEB, und eine weitere Fahrt führte zur Uni Oldenburg zum Studiengang Erwachsenenbildung.

Wie Landrat Theuerkauf und KVHS-Leiter Dr. Walther Lambrecht bei der Verabschiedung der Gruppe aus Belarus sagten, genieße die Auricher Einrichtung beim deutschen Volkshochschulverband einen sehr guten Ruf und werde wegen der Breite und Qualität ihres Angebotes gern als Anlaufpunkt für internationale Hilfen genutzt. Die KVHS Aurich sei somit für den Bundesverband eine Vorzeige-, bzw. Leuchtturm-Volkshochschule.