Integration ausländischer Mitbürger

Integration ausländischer Mitbürger

Die Umsetzung des Nationalen Integrationsplanes wird beim Landkreis Aurich federführend vom Ordnungsamt geleistet. In der Abteilung für Ausländerwesen kümmert sich die Verwaltungsangestellte Insa Albers um die Integration der hier lebenden ausländischen Mitbürger.

Bei der Vorstellung dieser Abteilung sagte Landrat Theuerkauf, dass auch die Bundesrepublik in gewisser Weise ein Einwanderungsland sei. Die hier lebenden rund 5.000 Ausländer seien zum großen Teil ganz legal hier; sie seien Bürger eines anderen EU-Mitgliedslandes oder hätten aus anderen Gründen ein gesichertes Aufenthaltsrecht. Nur rund 1.000 Bürgerinnen und Bürger hätten eine befristete Aufenthaltserlaubnis, z.B. in Form einer Duldung.

Walter Theuerkauf sagte weiter, dass die Mehrzahl der Ausländer zudem integrationswillig sei; sie wollten die deutsche Sprache lernen und sich in die Nachbarschaft integrieren. Auch den hiesigen Sport- und sonstigen Vereinen könne eine große Integrationsleistung bescheinigt werden.

Insa Albers vom Ordnungsamt koordiniert die unterschiedlichen integrativen Hilfsangebote, vom Sprachenkurs – teilweise mit Kinderbetreuung – über die Migrationsberatungsstellen und Anbieter von Integrationskursen bis hin zu den Argen und spricht die Möglichkeit der Förderangebote an.

Nach dem Vorbild des Modellprojektes der Stadt Osnabrück wurden von der KVHS Aurich Ehrenamtlich zu Integrationslotsen qualifiziert. Derzeit sind 12 solcher Männer und Frauen im Kreisgebiet tätig, die teilweise selber einen Migrationshintergrund haben, bzw. Spätaussiedler sind, so dass sie mehrsprachig sind. Die Integrationslotsen pflegen einen engen Kontakt untereinander und helfen sich gegenseitig.

Daneben gibt es das Unterstützungsnetzwerk für junge Aussiedlerinnen und Aussiedler (Projekt UNA), dessen Ziel es ist, in Zusammenarbeit mit dem Kinder- und Jugendtreff der Stadt Aurich, den Migrationsberatungsstellen, ehrenamtlichen Unterstützern, der Arbeitsagentur, der Argen, der Ausländerbehörde, den Berufsschulen und mit ansässigen Betrieben Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Migrationshintergrund die gesellschaftliche und berufliche Integration zu erleichtern.

Weiter werden im Pro-Aktiv-Center, das durch Mittel des Europäischen Sozialfonds und der Arge finanziert wird, Jugendliche zur selbstständigen Lebensführung angehalten, um ihnen eine Berufsorientierung zu geben. Landrat Theuerkauf bedauerte in diesem Zusammenhang, dass der Landkreis selber unter seinen Auszubildenden noch keinen Jugendlichen mit Migrationshintergrund habe; es hätten sich einfach noch keine beworben. Denn fest stehe, dass insbesondere die Mädchen dieser Bevölkerungsgruppe durchweg sehr gute Schulnoten hätten.

Ein Beispiel für eine gute Integration seien die vietnamesischen Mitbürger im Kreisgebiet, die vielfach als so genannte Boatpeople nach Ostfriesland gekommen seien. Sie würden die deutsche Sprache perfekt beherrschen und würden als Angestellte oder Arbeiter und vielfach sogar als Selbstständige ihr Geld verdienen. Deren Kinder besuchten vielfach das Gymnasium, berichtete Theuerkauf weiter.

Aus der Vergangenheit wisse man, dass es Ostfriesland - immer wenn Gruppen von außen hierher gekommen seien, z.B. die Hugenotten, - gut gegangen sei. Die Tatsache, dass man z.B. die Juden gewaltsam vertrieben habe, habe hingegen zu einem spürbaren Aderlass geführt – und zwar in kultureller Sicht, aber insbesondere auch in ökonomischer Sicht. Viele der von hier vertriebenen Juden hätten in den USA und sonst wo Karriere gemacht und als Kaufmann, Rechtsanwalt, Arzt und anderen Berufen zur Wirtschaftskraft beigetragen.

Der Arbeitsplatz von Insa Albers ist das Großraumbüro der Ausländerabteilung im Ordnungsamt; sie hat die Telefon-Durchwahl 04941/16-3220.