Gesunde Zähne liegen uns am Herzen

Gesunde Zähne liegen uns am Herzen

Der Zahnärztliche Dienst - angesiedelt im Gesundheitsamt des Landkreises Aurich, betreut im Kreisgebiet jährlich über 15.000 Kinder und Jugendliche. Hauptaufgaben sind die Besuche der Prophylaxeberaterinnen in den Kindergärten und Schulen sowie die zahnärztlichen Reihenuntersuchungen in diesen Einrichtungen.

Prophylaxe bedeutet Vorbeugung, Verhütung von Krankheiten. Für die Arbeit der insgesamt fünf Prophylaxeberaterinnen heißt das altersgerechte Aufklärung. Mit der zahnmedizinischen Aufklärung der Kinder und Jugendlichen bis zu 12 Jahren erreiche man eine gute Breitenwirksamkeit. ,,Kinder aus sozial benachteiligten Familien profitieren besonders davon. Deshalb ist unsere Arbeit so wichtig", sagt die Zahnärztin des Amtes für Gesundheitswesen, Petra Claaßen: „Wir wollen versuchen, allen Kindern die richtige Zahnputztechnik zu vermitteln. Zusammen mit den Eltern kann eine bessere Mundhygiene erzielt werden. Karies soll erst gar nicht entstehen."

Den Arbeitskreis Zahngesundheit, dem die Kindergärten, die Schulbehörden, das Gesundheitsamt und die Krankenkassen angehören, gibt es seit Anfang der 90-er Jahre. Aber auch davor gab es an den Schulen schon zahnärztliche Reihenuntersuchungen. Die Arbeit der Prophylaxeberaterinnen – Personal- und Sachkosten -  wird voll von den Krankenkassen getragen; der Landkreis finanziert die Stelle von Frau Claassen.

Die zahnärztlichen Reihenuntersuchungen werden seit 2004 per EDV erfasst. Damit besteht die Möglichkeit, die Entwicklung der Zahngesundheit einzelner Kinder zu verfolgen, aber auch Vergleiche mit anderen Bundesländern sind möglich, so die Zahnärztin.

Die so gewonnenen Daten werden für Statistiken verwandt. Dabei wird deutlich, dass es im Landkreis Aurich viele kranke, d.h. ungefüllte Milchzähne gibt. „Rund 49 Prozent aller 6- bis 7-Jährigen wäre behandlungsbedürftig – ein zu hoher Wert,“ sagt Petra Claassen.

Die Bedeutung der Milchzähne dürfe nicht unterschätzt werden. Sie sind Platzhalter für nachfolgende Zähne und können Fehlstellungen bei vorzeitigem Verlust verursachen. Auch sie sollten deshalb mit Füllungen versorgt werden. „Milchzahnruinen sind schlechte Platzhalter und das Risiko, kariöse bleibende Zähne zu bekommen, erhöht sich, wenn ein stark geschädigtes Milchgebiss vorliegt."

Im Vergleich zu den vergangenen Jahren wird aber deutlich, dass die Zahngesundheit besser geworden ist. Durch die Arbeit des Zahnärztlichen Dienstes wurde erreicht, dass die Kinder gut informiert sind über gesundes Essen und Trinken. Es muss aber weiter an der noch nicht immer so erfolgreichen Umsetzung des Erlernten im Alltag gearbeitet werden.

Fünf Prophylaxe-Beraterinnen sind beim Jugendzahnärztlichen Dienst beschäftigt und informieren über Zahnputztechnik, Zahnaufbau und Kariesentstehung. Im Kindergartenalter spielt auch der Angstabbau eine große Rolle. Ganz beliebt ist das Zahnarztspiel sehr beliebt. Die Kinder lernen dabei Kittel, Mundschutz und Mundspiegel kennen.

„Unser Team besucht die 108 Kindergärten 2- bis 4-mal im Jahr, die 52 Grundschulen jährlich", so Petra Claaßen.

Zum den weiteren Aufgaben des Zahnärztlichen Dienstes gehört die Durchführung besonderer Projekte, z.B. des jährlich stattfindenden Tages der Zahngesundheit oder die Fortbildung von Erzieherinnen. Für das Niedersächsische Landesamt für Bezüge und Versorgung (NLBV) und das Sozialamt erstellt der Zahnärztliche Dienst darüber hinaus Stellungnahmen.

Ein Lachen auf den LippenObwohl die Aufklärung und die Vorsorgeuntersuchungen den Kindern vermitteln, wie wichtig ihre Zähne sind, gehören auch die Eltern dazu, bei der Zahnpflege mitzuwirken. „Der richtige Umgang mit der Zahnbürste kann nicht früh genug gelehrt werden", so die Zahnärztin. Da kleine Kinder aufgrund ihrer motorischen Fähigkeiten aber nicht zu einer eigenverantwortlichen Zahnpflege in der Lage seien, müssten die Eltern bis etwa zum Ende der Grundschulzeit die Zahnpflege überwachen und abends die Zähne ihrer Kinder nachputzen.

Gesunde Zähne sollten selbstverständlich sein - für arm und reich. Deshalb möchte die Zahnärztin noch einmal darauf hinweisen, dass einfache Füllungen von den Krankenkassen bezahlt werden. Auch wird eine Praxisgebühr für Kinder nicht erhoben.

Eine Gefährdung für die Zahngesundheit sieht die Zahnärztin Petra Claassen in den derzeit so beliebten Nuckelflaschen mit angeblichen Durstlöschern, die die Kleinen den ganzen Tag über begleiten und die sie dann teilweise sogar noch mit in Bett nehmen. Sie stillen mit den Nuckelflaschen aber nicht ihren Durst, weil dazu viel zu wenig heraus kommt. Gefördert wird vielmehr die Gewohnheit, die Flasche ständig zum Mund zu führen. Dieses Verhalten kann dann zu einer Fehlstellung der Zähne führen. Die Zahnärztin rät den Eltern, die Nuckelaufsätze gegen richtige Verschlüsse auszutauschen. Die Kinder sollen sich angewöhnen, aus der Flasche, bzw. aus einem Becher zu trinken.

Die Zahnärztin Petra Claassen hat ihren Sitz im Gesundheitsamt Aurich des Landkreises Aurich, Zimmer 6, Extumer Weg 29, 26603 Aurich, Tel. 04941 16-5394.