Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Die Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist weit mehr als eine emanzipatorische Forderung, sagte Landrat Theuerkauf bei der Vorstellung der Arbeit der Stabsstelle für Gleichstellung und Familie sowie der Koordinierungsstelle Frauen und Beruf gegenüber der Presse. Die Forderung sei im Gegenteil völlig berechtigt: „der Arbeitsmarkt kann auf gut ausgebildete Frauen nicht verzichten.“

Deshalb gebe es auch ein starkes wirtschaftliches Interesse und eine entsprechend gute Zusammenarbeit der oben genannten Einrichtungen mit hiesigen Betrieben. Die Reihe der Unternehmen, die z.B. bereits die Dienstleistungen des Überbetrieblichen Verbundes Ostfriesland e.V. nutzen, reicht von Volkswagen und Enercon über EWE und AOK bis hin zu hiesigen Architekten, Ärzten, Rechtsanwälten und Handwerkern.

Der Landkreis Aurich unterhält bereits seit 1992 in überregionaler Kooperation mit dem Landkreis Leer eine Koordinierungsstelle Frauen und Beruf, in der bislang schon über 9.000 Frauen beraten werden konnten. Seit 2005 gibt es im Kreishaus Aurich eine eigene Koordinierungsstelle, was den Zulauf enorm erhöht hat. Die Finanzierung der Arbeit, die von der EU, vom Land Niedersachsen und von den Landkreisen getragen wird, konnte gerade bis 2013 gesichert werden.

Die Frauen würden während und auch nach der Familienphase, bzw. jetzt der Elternzeit zur Beratung und Information über Qualifizierungsmaßnahmen kommen, jedes Gespräch verlaufe dabei individuell. Die Kinderbetreuung könne in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt über Tagesmütter geregelt werden.

Allein im vergangenen Jahr haben sich 598 Frauen und Männer beraten lassen; 449 Kontakte haben zur Teilnahme an Qualifizierungsmaßnahmen geführt. Die Kurse werden von beiden Kreisvolkshochschulen, von der Ländlichen Erwachsenenbildung, dem IEB in Aurich, den BBS Aurich und der MD-Schule für Datentechnik in Emden durchgeführt.

Jutta Ubben und Johanne JanssenDie früher angebotene Weiterbildung in den Computerprogrammen Word, Excel und PowerPoint habe man ad acta legen müssen, weil Frauen danach auch nicht besser vermittelbar seien. Statt dessen würden die Teilnehmerinnen heute in konkreten Berufen ausgebildet und qualifiziert, z.B. Büroassistenten, Seniorenbetreuer, Tagesmutter und Altenpfleger – aber auch in ganz konkreten Berufsfeldern wie Gabelstaplerfahrerinnen. Ein weiteres Feld sei die Beratung der Existenzgründerinnen.

Für alle diejenigen, die ein Jahr und länger nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren und keinen Anspruch auf Weiterbildung hätten, z.B. durch die Argen, könne der Landkreis selber Gutscheine ausstellen, die die Übernahme von 33 Prozent der Weiterbildungskosten bedeuteten.

Als Leiterin der Stabsstelle für Gleichstellung und Familie lobte Jutta Ubben (Telefon-Durchwahl 04941 161660) die Bereitschaft des Landkreises Aurich als Arbeitgeber, Berufsrückkehrerinnen durch vielfältige Möglichkeiten der differenzierten Teilzeitarbeit, Jobsharing und andere Modelle den Wiedereinstieg in die Arbeitswelt zu erleichtern. Sie sehe es als eine ihrer Hauptaufgaben an, diese Bereitschaft in weite Teile der Wirtschaft hineinzutragen.

Die Koordinierungsstelle Frauen und Beruf wird in Aurich von Johanne Janssen (Telefon-Durchwahl 04941/16-1663) betreut.