Familienfreundlichkeit wird für Unternehmenserfolg immer wichtiger

Familienfreundlichkeit wird für Unternehmenserfolg immer wichtiger

Der Überbetriebliche Verbund Ostfriesland e.V. ist ein Zusammenschluss von derzeit knapp 80 kleinen und mittelständischen Unternehmen aus dem ostfriesischen Raum, die sich die Familienfreundlichkeit auf die Fahnen geschrieben haben. Aufgabe des Verbundes ist es, die Unternehmen dabei zu unterstützen, qualifizierte und motivierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen langfristig an den Betrieb zu binden und neues Personal zu finden. Der steigende Fachkräftemangel bewegt die Firmen dazu, hierbei neue Wege einzuschlagen. Denn bei der Entscheidung eines Arbeitnehmers für einen Arbeitsplatz kommt Faktoren wie einer familienfreundlichen Ausrichtung des Unternehmens oder dem betrieblichen Gesundheitsmanagement eine immer größere Rolle zu.

Im Rahmen der in den Räumlichkeiten der IBB AG in Aurich durchgeführten diesjährigen Mitgliederversammlung wurde die neue Ausrichtung des Vereins vorgestellt. Das Netzwerk lebt davon, dass sich die Mitglieder bei Netzwerktreffen gegenseitig kennenlernen. Es werden Einblicke in ihre Firmenphilosophie oder neu beschrittene Wege in der Mitarbeiterführung gewährt, um so voneinander zu lernen, welche Strategien bei der Gewinnung und Bindung von guten Kräften auch für das eigene Unternehmen erfolgversprechend sein könnten.

In ihrem Rückblick berichtete Heidi Wientjes, Leiterin der Geschäftsstelle des Überbetrieblichen Verbundes in Aurich, über die im vergangenen Jahr besuchten Unternehmen. Die Firma Orgadata in Leer widmete sich dem Thema „Open Space“ und stellte damit eine neue Art des Großraumbüros vor.

Mitarbeiter der Raiffeisen-Volksbank e.G. informierten in Aurich über neue Wege im Personalmanagement, die dort in den letzten Jahren eingeschlagen wurden. So zum Beispiel über das betriebliche Gesundheitsmanagement, Digitalisierung, Arbeitszeitmodelle und die demnächst eröffnende Betriebs-Kita in Aurich.

Bei Gwendolyn Stoye in Leer konnten sich die Mitglieder über das Thema „Storytelling – wie finde ich meine persönliche Unternehmensstory“ – informieren.

Im Anschluss an die Mitgliederversammlung konnten sich die Mitglieder bei der IBB AG die Möglichkeiten der Weiterbildung mit einem internetbasierten Lernsystem erläutern lassen und dieses auch selbst testen. Es macht virtuelles Lernen beispielsweise von zu Hause oder aus dem Betrieb heraus möglich. Lerngruppen mit Schülern, die über ganz Deutschland verteilt an ihren PCs sitzen, finden sich in einem virtuellen Klassenraum zusammen. Weiter- und auch Ausbildungen können so in den unterschiedlichsten Bereichen durchgeführt werden.

Wie Heidi Wientjes berichtete, haben sich in den letzten Jahren die Schwerpunkte in der Wiedereinstiegsberatung geändert. Während Frauen früher bis zu 20 Jahre aus dem Berufsleben austraten und dann nicht wieder zum alten Arbeitgeber zurückkehren konnten, steigen junge Mütter heute nach der Babypause in der Regel bereits nach drei Jahren wieder ein – und dann auch häufig in den früheren Betrieb - ein wichtiger Schritt gegen die Altersarmut, die Frauen im Rentenalter droht. Denn nicht nur die Berufsunterbrechungen wegen Familienzeiten führen zu Renteneinbußen, sondern auch die oftmals darauffolgende Zeit in Teilzeit und nicht zuletzt das ohnehin geringere Einkommen von Frauen.

Nach dem Bericht aus den beiden Geschäftsstellen standen noch die Wahl eines der beiden Vorstandsvorsitzenden sowie zweier Kassenprüfer an. Im Vorstand bestätigt wurde Eric Bootjer, Raiffeisen-Volksbank eG, der für zwei weitere Jahre gewählt wurde.

BU: Die Mitglieder des Überbetrieblichen Verbundes e.V. mit den Vorstandsmitgliedern Heidi Wientjes, Jutta Fröse (beide vorne in der Mitte) sowie Karl Heinz Bakenhus (3. von links) und Eric Bootjer (3. von rechts)

Foto: Inge Meyer/Wirtschaftsecho