Experten untersuchen spielerisch den Entwicklungsstand der Kinder

Experten untersuchen spielerisch den Entwicklungsstand der Kinder

Kinder entwickeln sich unterschiedlich: Das eine kann früh laufen, spricht aber noch wenig; ein anderes plappert schon munter drauflos, will aber noch nicht einmal krabbeln. Wenn Eltern dann ihren Nachwuchs mit Gleichaltrigen vergleichen, sind sie oft unsicher, ob ein Unterschied in der Entwicklung des eigenen Kindes für das jeweilige Alter normal ist oder ob mit einer ernst zu nehmenden Störung zu rechnen ist.

Seit 20 Jahren bieten die Früherkennungsteams des Landkreises Aurich den Eltern in dieser Situation konkrete Hilfestellung an. Nach einem entsprechenden Vorlauf wurden im Jahre 1989 in Aurich und Norden zeitgleich Beratungsteams an den Start geschickt, die sich aus Kinderärzten, Psychologen, Sozialpädagogen, Krankengymnasten, Moto- und Logopäden zusammensetzen.

Diese Experten können die Eltern in ihrer Sorge um ihr Kind unterstützen und vor allem viele Fragen beantworten. Und wenn dabei tatsächlich Auffälligkeiten festgestellt werden, ist es besonders wichtig, dass diese frühzeitig behandelt und die Kinder entsprechend gefördert werden, um einer Entwicklungsverzögerung vorzubeugen.

Mütter und Väter können sich –je nach Wohnort – an die Früherkennungsteams in Norden oder Aurich wenden (Tel. 04941 16-5300 oder 16-5350). Oft regen auch der Hausarzt oder Erzieherinnen im Kindergarten den Besuch in der Beratungsstelle an. Die Anmeldung muss im Amt für Gesundheitswesen des Landkreises Aurich erfolgen, wo mit den Eltern ein Vorgespräch geführt wird.

Dann treffen sich Eltern und Kind mit dem Früherkennungsteam in der jeweiligen Erziehungsberatungsstelle - in Norden in der Bahnhofstraße 27, in Aurich in der Awo-Beratungsstelle am Georgswall 9.

Dort steht jeweils ein großer, kindgerecht eingerichteter Raum mit vielen Bewegungs- und Spielangeboten zur Verfügung. Das Kind kann hier u.a. Trampolin springen oder am Tisch spielen und basteln.

In dieser entspannten Spielsituation haben die Fachleute die Möglichkeit, das Kind zu beobachten und seine Fähigkeiten zu überprüfen. Um das Kind nicht zu überfordern, gehen jeweils nur zwei Teammitglieder mit den Eltern, die möglichst im Hinterund bleiben sollen, in den Bewegungsraum zu dem Kind, während die anderen die Situation durch eine Scheibe vom Nebenraum aus verfolgen können.

Beim Abschlussgespräch wird den Eltern das Ergebnis der Beobachtungen mitgeteilt. Falls weitere Maßnahmen nötig sind, gibt das Team entsprechende Tipps und Empfehlungen. Dies können u.a. Frühfördermaßnahmen, ambulante Sprach- und Ergotherapie, Psychomotorik, Krankengymnastik oder Erziehungsberatung sein. Der Bericht des Teams wird mit Einwilligung der Eltern auch an den behandelnden Arzt oder Therapeuten weitergeleitet.

Der Landkreis Aurich hatte zum 20-jährigen Bestehen seiner Früherkennungsteams 10. Juni 2009, eine Jubiläumsveranstaltung im Güterschuppen „Alter Bahnhof“ des Gymnasiums Ulricianum organisiert. Hierzu wurden Kinderärzte, Ergotherapeuten, Krankengymnasten, Logopäden, Beratungsstellen, Lebenshilfe und Kindergärten eingeladen.