Der Landkreis Aurich setzt jetzt auf Erdgas betriebene Fahrzeuge

Der Landkreis Aurich setzt jetzt auf Erdgas betriebene Fahrzeuge

Der Landkreis Aurich stellt seine Fahrzeugflotte künftig auf den Betrieb mit Erdgas um. Am 26. November 2008 stellten Landrat Walter Theuerkauf und Carina Behrends aus der Verwaltung gemeinsam mit Dipl.-Ing. Sven Hanson von der EWE, zuständig für die Privat- und Geschäftskunden in Ostfriesland, das erste dieser Fahrzeuge der Öffentlichkeit vor – einen VW Caddy für den internen Postdienst.

Die Kreisverwaltung verfügt über rund 20 Fahrzeuge, die teilweise geleast, teilweise Eigentum des Kreises sind; sechs Fahrzeuge davon stehen den Mitarbeitern als Pool für den Außendienst zur Verfügung, weitere sind für die Vollstreckungsbeamten, für die mobile Verkehrsüberwachung (als „Blitz-Wagen“) und andere Verwendungen fest reserviert. Daneben  verfügen auch die Einrichtungen wie Volkshochschulen und Krankenhäuser, vor allem aber die Kreisstraßenmeisterei über eigene Fahrzeuge.

Landrat Theuerkauf sagte gegenüber der Presse, dass bei Ersatzbeschaffungen jetzt nur noch mit Erdgas betriebene Fahrzeuge berücksichtigt würden – außer Lkw, Bagger und andere Spezialfahrzeuge. Neben dem ökonomischen Vorteil durch geringere Treibstoffkosten gebe es auch noch einen ökologischen Aspekt, weil gasbetriebene Fahrzeuge einen geringeren Co2-Ausstoß haben.

Der Spareffekt bei den Treibstoffkosten sei enorm. Gegenüber dem Preis pro Liter  Benzin von 1,28 Euro (26.11.) werde Erdgas für 0,849 Euro/kg abgegeben und enthalte eine Energie in Höhe des 1,33-fachen von Benzin. Ein Pkw mit einem Durchschnittsverbrauch von 8 l Benzin/100 km, kommt so auf Treibstoffkosten von 10,24 Euro. Das gleiche mit Erdgas betriebene Fahrzeug würde 6,8 kg Gas benötigen, also lediglich Verbrauchskosten von 5,77 Euro verursachen.

Der Landrat rechnete vor, dass ein Dienstfahrzeug des Kreises mit einer jährlichen Laufleistung von rund 20.000 km bereits nach zwei Jahren die höheren Anschaffungskosten egalisiert habe; die Mehrkosten betragen rund 3.500 Euro, zu denen die EWE jedoch einen Zuschuss von 1.500 Euro je Fahrzeug gewährt.

Landrat Theuerkauf präsentiert den Erdgas-CaddyTheuerkauf beantwortet dann auch gleich die Frage, warum der Landkreis erst jetzt auf gasbetriebene Fahrzeuge umstelle. Zum einen habe man abgewartet, bis ein ausreichend dichtes Netz an Tankstellen zur Verfügung stehe, was heute mit sieben Tankstellen im Landkreis der Fall sei – kaum eine weiter als 15 km entfernt. Zum anderen habe sich die bisher diskutierte Problematik des Befahrens von Tiefgaragen mit Erdgas-Fahrzeugen nach Auskunft von Fachleuten inzwischen als unbedenklich herausgestellt.

Dipl.-Ing. Sven Hanson (EWE) ergänzte, dass ein auf Erdgas umgerüsteter Motor problemlos auch mit Wasserstoff betrieben werden könne; die Technik sei identisch. Ostfriesland sei eine Hochburg bei Erdgas-Fahrzeugen und Erdgas-Tankstellen. Während der Pkw-Markt stagniere bzw. sogar rückläufig sei, seien Neuzulassungen von Erdgas-Fahrzeugen weiterhin steigend. Auch die Hersteller böten immer mehr Erdgas-Fahrzeuge an, insbesondere im Nutzfahrzeug-Bereich: Bullis, Lieferwagen, Kleintransporter und sogar Rettungsfahrzeuge wie das in diesem Jahr in Pewsum in Dienst gestellte Fahrzeug des RKsH.