Bessere Betreuung für unter Dreijährige - Familien- und KinderserviceBüro Aurich offiziell eröffnet

Bessere Betreuung für unter Dreijährige - Familien- und KinderserviceBüro Aurich offiziell eröffnet

Mit seinem neuen Familien- und KinderserviceBüro will der Landkreis Aurich einen Beitrag zur Qualitätssicherung der Kindertagespflege leisten. Die sozialpädagogische Fachkraft Gertrud Gerdes-Kühn und der Verwaltungsfachangestellte Gerold Ennen stehen dort für alle Fragen rund um die Tagespflege zur Verfügung.

Beraten werden zum einen Eltern, bzw. alleinerziehende Mütter oder Väter, die berufstätig sind oder sich in einer Ausbildungs- bzw. Qualifizierungsmaßnahme befinden und deshalb eine Tagesmutter benötigen. Beraten werden aber auch potenzielle Tagesmütter oder auch Tagesväter, die die Betreuung von unter Dreijährigen als eine reizvolle neue Aufgabe ansehen.

Der Landkreis belässt es aber nicht nur bei der Beratung dieses Personenkreises. Dort wird auch in Zusammenarbeit mit der Kreisvolkshochschule die Ausbildung und Weiterqualifizierung der Tagesmütter und –väter organisiert. Ein solcher Kurs umfasst 160 Unterrichtsstunden und zusätzlich 30 Unterrichtsstunden in Erste Hilfe und Erste Hilfe am Kind.

Der Landkreis stellt den erfolgreichen Teilnehmern anschließend eine Pflegeerlaubnis aus, mit der die Eignung zur Kindertagesbetreuung bescheinigt wird. Die Pflegeerlaubnis berechtigt dazu, bis zu 5 Kinder zu betreuen; eine Pflegeerlaubnis ist auf 5 Jahre befristet.

Das Familien- und KinderserviceBüro des Landkreises Aurich beinhaltet neben den Bereichen Information und Qualifikation als Besonderheit auch noch eine TagesbetreuungsstIm Garten des Kinderservicebüroselle (TABS), in der drei Tagesmütter 13 Kinder betreuen. Eine Beköstigung ist gegeben; außerdem sind Schlafmöglichkeiten für die Kleinen vorhanden. Mit dieser Einrichtung wird die Kindertagespflege zu einem verlässlichen Angebot; wenn Tagesmütter durch Krankheit oder andere Gründe ausfallen, wissen die Eltern ihre Kleinsten hier in guten Händen.

Ansonsten ist die Kindertagespflege, die durch Tagesmütter und –väter entweder im Haushalt der Eltern, in der Wohnung der Tagesmutter oder auch in angemieteten Räumlichkeiten erfolgen kann, insbesondere hinsichtlich der Öffnungszeiten vielen stationären Einrichtungen überlegen. Die Kindertagespflege lässt sich individuell auf die Bedürfnisse der berufstätigen Eltern abstimmen, also auch frühmorgens, abends, nachts, am Wochenende oder in Ferienzeiten, bei Wechselschicht oder kurzfristig anfallenden Überstunden.

Dr. Christine Hawighorst, Staatssekretärin im Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit, die zur offiziellen Eröffnung des Familien- und KinderserviceBüros nach Aurich gekommen war, wies auf die zunehmende Bedeutung der Kindertagespflege in einem Flächenland wie Niedersachsen hin. Tagespflege dürfe dabei gegenüber Krippenplätzen nicht zweite Wahl sondern eine gleichwertige Alternative sein, sagte sie.

Den Aurichern bescheinigte die Staatssekretärin, dass die für das Familien- und KinderserviceBüro eingesetzten Landesmittel aus dem Programm „Familien mit Zukunft – Kinder bilden und betreuen“ sehr gut auf die lokalen Bedürfnisse abgestellt worden seien. „Ich bin beeindruckt, wie Sie die Möglichkeiten genutzt haben.“ sagte Dr. Christine Hawighorst wörtlich.   Über dieses Landesprogramm werden in den Jahren 2007 bis 2010 insgesamt 80 Millionen Euro bereitgestellt. Allein die vom Landkreis Aurich geplanten Maßnahmen haben ein jährliches Finanzvolumen von rund 722.000 Euro; beim Land wurden hierfür 270.000 Euro beantragt. Der Landkreis Aurich selber stellt für die Maßnahmen also 452.000 Euro bereit.

Das Auricher Familien- und KinderserviceBüro, das auf dem Gelände der KVHS an der Oldersumer Straße angesiedelt ist, soll nämlich nach Aussage von Jürgen Homann von der Kinder- und Jugendpflege nur den Startschuss bilden. Bereits in Kürze soll auch in der Stadt Norden ein solches Büro eröffnet werden; und auch bei der Einrichtung weiterer Anlaufstellen in den kreisangehörigen Gemeinden will der Landkreis aktiv Hilfestellung leisten.

Eröffung des Kinderservicebüros

Daneben sollen die verschiedenen Betreuungsangebote besser vernetzt werden, also Tagespflege, Kitas, Horte und Schulen. Und für besondere Zielgruppen soll eine ergänzende Tagesbetreuung bereitgestellt werden. Darunter sind zum einen die Randstundenbetreuung und ein Mittagstisch für sozial auffällige Grundschüler und zum anderen eine Kindertagesbetreuung für Multi-Problemfamilien mit Säuglingen zu verstehen. Der Landkreis  kooperiert hier mit der Ubbo-Emmius-Klinik und dem Projekt „Kinderregion Ostfriesland“.

Letzter Baustein soll dann der Aufbau einer Internet-Betreuungsbörse zur Darstellung und für den Abruf aller Betreuungsangebote im Kreisgebiet sein, während eine Verleihbörse für Kinderbetten, Spielmaterial, Autokindersitze und Buggis für den Einsatz der Tagesmütter bereits als ein wichtiger Bestandteil des Auricher Familien- und KinderserviceBüros integriert werden konnte.