Auricher Katastrophenschützer üben den Ernstfall in Ahrweiler

Auricher Katastrophenschützer üben den Ernstfall in Ahrweiler

Der Katastrophenschutzstab des Landkreises Aurich mit Kreisrat Frank Puchert an der Spitze hat kürzlich an der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) in Bad Neuenahr-Ahrweiler die Bewältigung einer Großschadenslage geübt.

Das Seminar war überschrieben mit „Operativ-taktische Führung 2 – Individuelle Ausbildung für komplette Führungsgremien“.

Besetzt ist der Katastrophenschutzstab mit Fachleuten aus der Kreisverwaltung für die Sachgebiete Lagedarstellung, Einsatz, Personal, Nachschub, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, die ergänzt werden um das Gesundheitsamt und den ärztlichen und den organisatorischen Leiter des Rettungsdienstes sowie externe Fachberater für die Bereiche Feuerwehr, THW, Polizei und Zivil-militärische Zusammenarbeit (Bundeswehr).

Dieser operativ-taktische Katastrophenstab des Landkreises Aurich wurde erst in diesem Sommer neu geformt, nachdem der Landkreis bisher auf Katastrophenfälle mit einem administrativen Krisenstab gerüstet war, der sich ausschließlich aus Mitarbeitern der Kreisverwaltung zusammen setzte und nach Bedarf ergänzt wurde.

Die zahlreichen neuen Gesichter im Stab wurden einzeln und in Gruppen in ihre Aufgaben eingewiesen  und haben dann in einem Tagesseminar - gemeinsam mit dem Katastrophenschutzstab der Stadt Emden - das weitere theoretische Rüstzeug für ihre Aufgaben bekommen. Daran schloss sich die erste Stabsrahmenübung „Schneeflocke“ an (die Zeitung berichtete). 

Jetzt in Ahrweiler wurde der Auricher Katastrophenschutzstab mit einer Großschadenslage konfrontiert, die sich über eine gesamte Woche hinzog. Das Übungsszenario spielte in dem früheren Weißeritzkreis südlich von Dresden, der nach heftigen Regenschauern von bis zu 300 l/qm regelrecht abzusaufen drohte. Die Weißeritz und ihre Nebenflüsse traten über die Ufer, mehrere Talsperren waren wegen der hohen Pegelstände akut gefährdet, und ein Festgelände in Ufernähe, auf dem ein Konzert der „Ärzte“ stattfinden sollte, wurde von orkanartigen Böen verwüstet und überflutet.

Das Katastrophenschutzteam im EinsatzAufgabe des Katastrophenschutzstabes war es, die Lage jederzeit im Griff zu halten, gezielt Helfer und Gerät einzusetzen und von Nachbarkreisen Verstärkung anzufordern, die Kräfte einzusetzen und zu verpflegen.

Die Zusammenarbeit in dem noch jungen Stab klappte hervorragend; damit konnten auch die sich durch fehlende Ortskenntnis ergebenden Probleme gemeistert werden, auch wenn sich das Katastrophenszenario durch entsprechende Einspielungen der Übungsleitung immer weiter verdichtete. Die Profis der AKNZ übersahen denn auch, dass die Hochwasserfront inzwischen das in Dippoldiswolde angesiedelte Kreishaus erreicht haben musste. So ließ Kreisrat Puchert alle Hilfsaktionen weiter laufen – in den Stabsräumen in der 4. Etage des Auricher Kreishauses hätte der Katastrophenschutzstab ja schließlich auch trockene Füße behalten.