Detail

Vorprüfung nach § 5 Abs. 2 UVPG, Schweinemaststall Schöningh, Krummhörn

Feststellung des Ergebnisses der standortbezogenen Vorprüfung gemäß § 5 Abs. 2 des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG);

Antragstellerin: Anne Schöningh, 26736 Krummhörn

 

Frau Anne Schöningh, Leeshauser Straße 14, 26736 Krummhörn hat die immissionsschutzrechtliche Genehmigung für die Änderung einer Anlage zum Halten und zur Aufzucht von Mastschweinen und Ferkeln in der Gemarkung Hamswehrum, Flur 2, Flurstücke 29/5 und 30/2 beantragt. Bisher betrieblich getrennte Anlagen werden nunmehr als Gesamtbetrieb geführt. Gegenstand des Vorhabens sind die nachfolgend aufgeführten Änderungen. Durch die geplanten Änderungen reduziert sich die Tierzahl auf 1.698 Mastschweine und 900 Ferkel.

  • Nutzungsänderung/Änderung der Aufstallung in den vorhandenen Tierställen
  • Nutzungsänderung einer Gerätehalle zum Ferkelaufzuchtstall
  • Anbau eines Schweinemaststalles
  • Anbau einer Geräte- und Maschinenhalle
  • Standortverschiebung und geänderte Bauausführung des Vorraumes am Schweinemaststall
  • Neubau eines Güllehochbehälters mit Abdeckung sowie eines Befüll- und Entnahmeplatzes
  • Anlegen einer befestigten Fläche
  • Erneuerung der Ventilatoren der Abluftkamine der Stallgebäude

Für das Vorhaben war gemäß § 9 Abs. 4 i.V.m. § 7 Abs. 2 und Ziffer 7.7.3 der Anlage 1 des UVPG die Durchführung einer standortbezogenen Vorprüfung des Einzelfalls erforderlich.

Gemäß den in Anlage 3  Nr. 2.3 des UVPG aufgeführten Schutzkriterien liegen besondere örtliche Gegebenheiten vor. Der Standort des Vorhabens befindet sich nicht in einem Schutzgebiet. Östlich in einer Entfernung von rd. 70 m und nördlich in einer Entfernung von rd. 235 m grenzen das EU-Vogelschutzgebiet DE 2508-401 und Landschaftsschutzgebiet „Ostfriesische Seemarschen – Krummhörn“ an das Vorhaben an. In westlicher Richtung schließt jenseits der Deichlinie in einer Entfernung von rd. 150 m das FFH-Gebiet 2306-301, das EU-Vogelschutzgebiet DE 2210-401 und der „Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und angrenzendes Küstenmeer“ an. Damit befinden sich im Umkreis des Vorhabens Natura 2000-Gebiete gemäß § 7 Abs. 1 Nr. 8 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG), ein Nationalpark gemäß § 24 BNatSchG, Landschaftsschutzgebiete gemäß § 26 BNatSchG und gesetzlich geschützte Biotope gemäß § 30 BNatSchG. Zudem besteht rd. 40 m nördlich des Vorhabens ein Baudenkmal, das gemäß § 4 Abs. 1 S. 1 des Niedersächsischen Denkmalschutzgesetzes in das Verzeichnis der Kulturdenkmale aufgenommen wurde.

Die Prüfung hat aus folgenden Gründen ergeben, dass das Vorhaben keine erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen haben kann, die die besondere Empfindlichkeit  oder die Schutzziele der vorgenannten Gebiete betreffen und nach § 25 Abs. 2  UVPG bei der Zulassungsentscheidung zu berücksichtigen wär.

Der geplante Güllehochbehälter wird mit einer festen Abdeckung (Foliendach) ausgeführt, die zu einer Minderung der Emissionen um 90% führt. Aufgrund der Verringerung der Tierzahl ergibt sich durch das Vorhaben insgesamt eine Verringerung der Belastungen durch Ammoniak, Stickstoffdeposition, Staub, Bioaerosole und Geruch. Gutachterlich wurde nachgewiesen, dass es zu keinen unzulässigen Immissionen diesbezüglich und auch zu keinen unzulässigen Schallimmissionen kommt.

Der Standort des Vorhabens befindet sich im Außenbereich. Es kommt zu einer Versiegelung von 1.405 m² durch die Hofstelle vorgeprägter Flächen und zur ortsnahen Umlagerung von Böden mit geringer Bedeutung. Der Eingriff wird durch eine Sukzessionsfläche in gleicher Flächengröße ausgeglichen.

Der Neubau des Güllehochbehälters und die Anbauten sind auf dem bestehenden Hofgelände außerhalb von Landschaftsschutzgebieten geplant. Im Bereich des Güllehochbehälters erfolgt eine Eingrünung durch Neuanpflanzung eines dreireihigen Gehölzstreifens. Das Landschaftsbild wird nicht erheblich nachteilig beeinträchtigt.

Die Umgebung des benachbarten Baudenkmals ist ebenfalls bereits durch die bestehende Hofstelle vorgeprägt. Das Vorhaben wird durch vorhandene Gebäude abgeschirmt, so dass auch diesbezüglich keine erheblichen nachteiligen Beeinträchtigungen festzustellen sind.

Da das Vorhaben keine erheblichen nachteiligen Umwelteinwirkungen haben kann, die die besondere Empfindlichkeit oder die Schutzziele der Schutzgebiete betreffen, wurde festgestellt, dass keine Pflicht zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung besteht.

Die Feststellung des Ergebnisses wird hiermit gemäß § 5 Abs. 2 UVPG bekannt gemacht. Diese Feststellung ist gemäß §  5 Abs. 3 Satz 1 UVPG nicht selbständig anfechtbar.

Aurich, den 21.05.2021

Landkreis Aurich

Der Landrat