Beseitigung von Wärmebrücken

Ein besonderes Augenmerk gilt hierbei den Giebelwänden im Dachgeschoss: die innere Schale ist in vielen Fällen bis zur Oberkante der Sparren geführt. Bei einer Hohlschichtverfüllung mit Dämmmaterial bilden diese Wände im Bereich der Sparren eine Wärmebrücke, die zuvor nicht in dem Maße vorhanden war. Diese Unterbrechung der Dämmebene in der Dachfläche muss beseitigt werden, z.B. durch Abtragen der obersten Mauerschicht auf das Niveau der Unterkante der Dachsparren. Ähnlich verhält es sich mit dieser Schale im Bereich von Dachböden oberhalb der beheizten Räume (Spitzboden, bzw.Kaltdach): hier kann es u.U. erforderlich werden, diese Wände von der Rückseite, also dem Bodenraum, zu dämmen.

Diese Ausführungen sollen belegen, dass sowohl eine nachträglich eingebrachte Kerndämmung bei Bestandsbauten als auch bei Neubauten sinnvoll ist, ein bewährtes System darstellt und durch die Nutzung des vollen Wandquerschnittes in hohem Maße zur Energieeinsparung beitragen kann.

Die Entscheidung, bei Neubauten den z.Zt. üblichen Wandabstand von 15 cm zu wählen oder einen größeren (z.B. einen Abstand von 20 cm, um dann eine Luftschicht vor der Dämmung von 4 – 5 cm zu erhalten), obliegt dem Bauherrn bzw. seinem Planer. Eindeutig befürwortet wird eine Kerndämmung mit mindestens 15 cm Stärke, die in den meisten Fällen den nach EnEv erforderlichen Kennwerten entspricht. Bei Verwendung z.B. von Leichthochlochziegeln für die Innenschale erhält man bei dieser Dämmstärke einen U-Wert von 0,18. Seit einigen Jahren ist es möglich, den Schalenabstand auf 20 cm zu vergrößern. Die Hersteller bieten die dafür erforderlichen Luftschichtanker mit einer bauaufsichtlichen Zulassung an; dieser Schalenabstand ist somit Stand der Technik.

Wenn es heute möglich ist, im Passivhausbau Dämmstärken von 30 – 40 cm auf Außenwänden einschließlich einer wärmebrückenfreien Unterkonstruktion für eine davor gesetzte Fassadenverkleidung zu montieren, dann ist es an der Zeit, auch im Massivbau aus Gründen der Energieeinsparung über eine Vergrößerung des Schalenabstandes nachzudenken. Die hierfür erforderlichen technischen Möglichkeiten werden von der Industrie angeboten und sollten genutzt werden.